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HTC Vive mit Virtuix Omni: Reaktionen auf erstes VR-Erlebnis

von Matthias Bastian23. Januar 2016

Ein beliebter Sport unter VR-Enthusiasten: VR-Frischlinge in das Thema einführen und ihre Reaktionen auf das erste VR-Erlebnis beobachten. Im Optimalfall kann man es gleich filmen und auf YouTube hochladen.

Das dachte sich auch Virtuix, Hersteller des VR-Laufbands Omni, und baute die eigene Apparatur samt HTC Vive in einem US-Einkaufszentrum auf. Zu sehen gibt es: Erstaunte Blicke, offene Münder und jede Menge Bekundungen der Probanden, dass man das auch zu Hause haben möchte. Was diese wahrscheinlich nicht wussten: Der Gesamtpreis des im Video verwendeten Setups dürfte gut und gerne zwischen 2.500 und 3.000 US-Dollar liegen.

Die Entwicklung der Omni-Treadmill startete bereits in 2013. Eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne wurde mit rund einer Million US-Dollar finanziert. Allerdings dauerte es bis Dezember 2015, bis die ersten Unterstützer der Kickstarter-Kampagne auch mit dem Laufband beliefert wurden. Zuletzt konnten die Entwickler Omni mit dem Trackingsystem Lighthouse der Vive VR-Brille kompatibel machen. So kann sich der Nutzer völlig frei in der virtuellen Realität in alle Richtungen bewegen, langsam gehen, joggen, sich ducken und den Oberkörper unabhängig von der Laufrichtung in alle Richtungen drehen. Damit die Kabel nicht stören, werden sie von einem Galgen weggehalten.

Seit der ersten Kampagne bei Kickstarter konnte Virtuix das Eigenkapital deutlich erhöhen. Im Anschluss an die Kampagne bekam Virtuix weitere neun Millionen US-Dollar von Investoren zugeschossen, zuletzt konnten Anfang Januar nochmal 15 Millionen US-Dollar Investorengelder bei Seedinvest eingesammelt werden. Mit einer Finanzierung von rund 20 bis 25 Millionen US-Dollar ist Virtuix damit eines der am besten situierten VR-Startups überhaupt – und das, obwohl zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersehen kann, ob die VR-Laufbänder überhaupt vom Markt angenommen werden. Virtuix versucht Omni unter anderem als neues Zubehör im eSports-Bereich zu positionieren, veranstalte auf der CES 2016 Anfang Januar das erste Mini-Turnier. Das ist deshalb so spannend, weil der eigentlich körperlose Sport erstmals eine physische Komponente bekommt.

Virtuix Omni und ähnliche Laufbänder könnten eine mögliche Antwort auf die Frage sein, wie wir uns in Virtual Reality in Zukunft bewegen. Im Gegensatz zum “Room-Scale-VR” wie bei HTC Vive, bei dem sich der Nutzer unmittelbar durch den Raum bewegt, brauchen die Laufbänder weniger Platz und der Nutzer läuft nicht Gefahr, über Hindernisse oder Kabel zu stolpern. Außerdem kann man mit VR-Laufbändern auch weite Wege in der virtuellen Realität zurücklegen, ohne vor eine Wand zu laufen. Entwickler könnten daher auf Tricks wie das “Redirected Walking” verzichten, bei dem man den Nutzer unbewusst im Kreis Rennen lässt, um einen eher kleinen Bewegungsradius optimal auszunutzen. Außerdem sind die VR-Laufbänder prinzipiell mit allen VR-Brillen kompatibel. Der Nachteil: Das Laufgefühl ist nur bedingt vergleichbar mit dem realen Laufgefühl, die Nutzung des Laufbands muss im Prinzip genauso gelernt werden wie die eines neuen Gamepads.

| FEATURED IMAGE: Virtuix (Screenshot bei YouTube)