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HTC Vive: Neues Büro in China ziert nur das Vive-Logo

von Matthias Bastian30. Juni 2016

Was schon seit Anfang Mai bekannt ist, kommentiert HTC nun erstmals offiziell: Die HTC Vive Tech Corp. übernimmt alle Geschäftsprozesse rund um die VR-Brille.

Die HTC Vive Tech Corp. ist allerdings kein selbstständig agierendes Unternehmen, sondern eine hundertprozentige Tochterfirma von HTC. Bekannt ist dieses strategische Manöver bereits seit Anfang Mai. HTC bestätigte die Gründung in einer formlosen Stellungnahme auf der eigenen Webseite, nachdem die Chinatimes die Nachricht zuvor publizierte. Nun kommentiert das Unternehmen die neue Tochter in einem Statement erstmals etwas ausführlicher: Die HTC Vive Tech Corp. solle als “Vehikel” dienen, um “strategische Allianzen zu entwickeln und das globale VR-Ökosystem aufzubauen”. In der Vive Tech Corp. sind ab sofort alle Geschäftsprozesse angesiedelt, die Bezug zu Virtual Reality haben.

Für HTC ist das Manöver ein Spiel mit dem Feuer, denn die Verantwortlichen riskieren, dass das positive Image der VR-Sparte nicht länger auf das Mutterunternehmen abfärbt. Speziell die Aktienmärkte reagieren auf solche Signale, möglicherweise wird so der Niedergang von HTC beschleunigt. Es bleiben zwei Varianten: Entweder die VR-Technologie wird ausreichend schnell profitabel und rettet so das Mutterunternehmen vor dem drohenden finanziellen Ruin. Oder die Vive-Abteilung spaltet sich rechtzeitig von HTC ab und ist somit befreit von den finanziellen Nöten der Mutter.

Die letztgenannte Variante scheint wahrscheinlicher, auch wenn Analysten von Goldman Sachs vorhersagen, dass der Verkauf von Virtual-Reality-Software bis 2020 rund 60 Prozent des Umsatzes von HTC ausmachen soll. Bisher wirkte sich der Launch der VR-Brille nicht signifikant auf die Einnahmen aus. Auch im zweiten Quartal 2016 machte HTC gegenüber dem Vorjahr Verluste. Bekannt ist, dass HTC große Hoffnung darin setzt, dass der VR-Markt schnell wächst und das Unternehmen sich eine führende Position sichern kann. Würde die Vive Tech Corp. eigenständig agieren, wäre sie außerdem offen für externe Investoren.

Zuletzt firmierte HTC häufiger ausschließlich mit der Vive-Marke. VR-Projekte wie der 100 Millionen US-Dollar Fördertopf “Vive X”, die internen Vive-Studios oder der digitale Virtual-Reality-Store Viveport verzichten bereits auf eine Nennung der Marke HTC im Namen. Auch das neue Büro in China ziert nur das Vive-Logo. Gerade der chinesische Markt ist wichtig für HTC, dort winken Einnahmen über Viveport. Der Store ist seit zwei Monaten online, rund 100 Apps sind derzeit verfügbar. Die Präsenz auf internationalen Märkten soll über den Sommer ausgeweitet werden. Zusätzlich wird das Portfolio im Store um mobile VR-Anwendungen erweitert.

| Source: HTC | Featured Image: ZhugeEX bei Twitter