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HTC Vive: Neues zur Virtual-Reality-Version von Doom – kein Exklusivtitel

von Matthias Bastian14. August 2016

Ego-Shooter wie Doom sind das vielleicht beliebteste Gaming-Genre, sowohl am PC als auch auf der Konsole. Bislang haben Entwickler noch keinen Weg gefunden, das Spielprinzip vernünftig für die Virtual-Reality-Brille aufzubereiten. Vielleicht ändert sich das mit Doom VR.

Schon einmal in der Geschichte der Videospiele hatte Doom eine Vorreiterrolle inne. Als der Titel erstmals 1993 in seiner Ursprungsversion auf dem Markt kam, wurde es von Computerfreaks für geniale 3D-Effekte und flüssiges Gameplay gefeiert – und von Eltern für Knarren, Kettensägen und Pixelblut verdammt. Der Grad an Gewalt, der seinerzeit für Entsetzen sorgte, würde Jugendschützern heute kaum mehr ein Schulterzucken entlocken.

Mitentwickelt wurde das originale Doom von John Carmack, der mittlerweile in der Technikabteilung von Oculus VR die Fäden zieht. Mit der ersten Virtual-Reality-Version seines Babys hat er nichts mehr zu tun. Ob es dem Titel dennoch gelingen wird, ähnlich zu polarisieren wie das Original?

Doom VR wird von Grund auf für Virtual Reality entwickelt

Das größte Problem, das die Entwickler zu lösen haben, ist das der Fortbewegung. Doom ist bekannt für hohes Tempo und einen hektischen Spielablauf. Für die VR-Brille sind solche Inhalte denkbar ungeeignet, denn sie strapazieren den Magen. “Wenn man das originale Spielkonzept in VR überträgt, dann will man einfach nur brechen, weil es so schnell ist”, sagt Marty Stratton, Game-Director bei id Software. Sein Team würde daher versuchen, um die bestehenden Elemente von Doom ein komplett neues Spiel zu stricken.

Gegenüber der ersten Demoversion auf der E3 2016 wurde das Fortbewegungskonzept für eine neue Demo auf der Quakecon – einem Fan-Meeting für Shooter-Spiele – grundlegend überarbeitet und ein neues Teleport-System mit Zeitlupeneffekt und schneller Bewegungsanimation integriert. Das soll die Brücke schlagen zwischen immersiver, da nicht zu abrupter Fortbewegung und der klassischen Steuerung mit Joystick oder Tastatur. Das neue Teleportsystem bekommt derzeit reichlich positives Feedback. In Stein gemeißelt ist dieses Konzept aber noch nicht. Sein Team würde eine Art öffentlichen R&D-Prozess durchlaufen, so Stratton, um herauszufinden, wie die Zukunft von Doom in Virtual Reality aussehen könne.

“Ich bin mir sicher, dass irgendwo in dieser Demo ein Doom-Produkt steckt und wir formen gerade die Knete und schauen was daraus wird. Ich denke, es ist extrem wichtig, dass man nicht einfach einen bestehenden Titel portiert. So funktioniert es nicht. Wir müssen eine Doom-Erfahrung in VR erschaffen, die für VR gemacht ist”, sagt Stratton.

Derweil stehen die Chancen gut, dass ein zum fertigen Spiel gereifter Prototyp für alle gängigen VR-Brillen erscheint. Bislang wurde die Demonstration nur für HTC Vive samt 3D-Controllern und Room-Scale-VR gezeigt.

“Unsere Technologie ist nicht abhängig von einer einzelnen Plattform. Wir haben auf der E3 und auf der Quakecon Vive-Brillen benutzt, aber wir sind nicht daran gebunden und wir ziehen in Zukunft alle Möglichkeiten in Betracht.”

| Source: Shacknews | Featured Image: ID Software