Update vom 8. Januar 2018:

Die VR-Erfahrung kann jetzt bei Steam kostenlos heruntergeladen werden.

Die Ruckler mit Oculus Rift treten nur noch in den ersten Sekunden auf, danach läuft die Anwendung flüssig.

Ursprünglicher Artikel vom 27. Dezember 2017:

Welcher Filmliebhaber hat nicht schon einmal davon geträumt, das Apartment des Blade Runners zu besuchen und durch die Jalousien das Los Angeles der Zukunft mit seinen Leuchtreklamen und fliegenden Autos zu sehen? Nun ist dieser Traum in Erfüllung gegangen.

Drei Jahre arbeitete der Entwickler Quentin Lengele in seiner Freizeit an einer originalgetreuen Rekonstruktion von Rick Deckards schummrig-schönem Apartment, ein Meisterwerk filmischen Szenenbilds, das durch seine Ausleuchtung und handverlesene Requisiten eine dichte Atmosphäre erzeugt.

Die Erfahrung, diesen Filmschauplatz für einmal zu betreten, sich darin umsehen und Gegenstände in die Hand nehmen oder sich einfach nur hinsetzen und die Aura dieses magischen Orts auf sich wirken zu lassen, ist wie ein Traum, den man mit offenen Augen träumt – ein Erlebnis, das man nur in der Virtual Reality haben kann.

Stupender Detailreichtum

Lengele hat sämtliche Bereiche des Apartments umgesetzt: Von der Küche über das Bad bis hin zum Schlafzimmer und Balkon. Bei Patreon schreibt der Entwickler, dass er den Film beinahe Bild für Bild analysiert hat und auf einer Fanseite Fotos von Requisiten zusammengesucht hat, um ein möglichst originalgetreues Abbild von Deckards Wohnung zu kreieren.

Einige Objekte sind interaktiv: Man kann sich ans Piano setzen und mit den Controllern die Tasten berühren, wobei man den Tastenanschlag sieht und die korrekten Töne hört. Oder man setzt sich wie Deckard vor den Esper-Computer und analysiert das Foto der Replikantin Zhora.

Am meisten beeindruckt die Sicht auf das nächtliche Los Angeles in dichtem Regen. Wenn man auf den Balkon des 97. Stockwerks hinaustritt, das Lichtermeer der Stadt unter sich glitzern sieht und dazu noch der Blade Runner Blues erklingt, dann ist Gänsehaut garantiert.

So müssen VR-Spinoffs aussehen

Die Grundidee Lengeles, einen Filmschauplatz in der Virtual Reality zu rekonstruieren und begehbar zu machen, wäre ein hervorragendes Spinoff-Format für Filme. Man stelle sich vor, Kinobesucher könnten nach einer Filmvorstellung zu Hause mit der VR-Brille Originalschauplätze besuchen und diese auf eine neue, unmittelbarere Art erleben.

Die Beta-Version von Blade Runner 9732 kann man seit Weihnachten auf der offiziellen Internetseite des Projekts kostenlos herunterladen. Das Programm kann derzeit insbesondere mit Rift ruckeln oder gar nicht erst starten. Wer sich gedulden kann, wartet besser bis zum 7. Januar. An diesem Tag erscheint die VR-Erfahrung bei Steam. Bis dahin sollten die gröbsten Fehler bereinigt sein.

Blade Runner kann man auch auf einem herkömmlichen Monitor spielen, benötigt wird eine Intel-CPU der i5-Serie und eine GTX 970. Für den VR-Modus empfiehlt Lengele eine Intel-CPU der i7-Serie und eine GTX 980.

| Featured Image: Quentin Lengele

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