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HTC Vive: Online-Store Viveport für VR-Apps launcht weltweit *Update*

von Matthias Bastian5. August 2016

Update vom 6. August:

Nach einer Meldung von Techcrunch dient Viveport offenbar in erster Linie dem Vertrieb von Non-Gaming-Applikationen in Bereichen wie Bildung, Sport, Musik, Reisen, News und Mode. Ähnlich wie bei Steam sollen Entwickler circa 70 Prozent des Umsatzes erhalten, 30 Prozent gehen direkt an HTC. Laut Rikard Steiber solle Steam die “Hardcore-Plattform” für Spieler bleiben. Die derzeitige Empfehlung gegenüber Entwicklern laute, auf allen Plattformen zu publizieren. Das klingt nicht danach, als würde HTC eine Exklusivstrategie ähnlich Oculus VR verfolgen. Zumindest nicht im Bereich VR-Games. Letztlich bleiben aber nur exklusive Inhalte oder die Preisschraube, um Viveport auf dem Markt gegenüber anderen Plattformen zu platzieren.

Gegenüber VRODO sprach HTCs Joel Breton über insgesamt zwölf Bereiche, in denen HTC an Inhalten arbeite. “Gaming ist einer davon und ein sehr aktiver, aber nicht der einzige.” Dennoch ist die Unterscheidung von Viveport zu Oculus Home und Steam nicht ganz trennscharf. Auch auf den beiden Konkurrenzplattformen erhält man schon jetzt reichlich Non-Gaming VR-Applikationen.

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Ursprünglicher Artikel:

Im Herbst launcht HTC den Online-Store Viveport weltweit – und tritt damit in direkte Konkurrenz zu Valves Steam-Plattform und Oculus Home. Das kündigte HTC im Rahmen der VRLA-Fachkonferenz in Los Angeles an.

Viveport ist HTCs digitale Vertriebsplattform für Virtual-Reality-Inhalte. In Kürze steht eine Betaversion des Online-Shops für Entwickler zur Verfügung. Der weltweite Launch für Endverbraucher erfolgt anschließend im Herbst.

Der Store ist im asiatischen Raum seit rund drei Monaten online und bietet über 100 VR-Apps zum Download an. Das Angebot im Store soll zukünftig um hochwertige mobile VR-Anwendungen erweitert werden – ein möglicher Hinweis darauf, dass HTC im Bereich Mobile-VR ambitioniertere Pläne haben könnte.

“Wir sind der Überzeugung, dass ein Zugang zu VR-Erlebnissen das Leben verbessern wird – unseren Alltag und die Art und Weise, wie wir mit den Dingen vernetzt sind. Für das Viveport-Team ist es wichtig, Entwicklern einen Zugang zu einem weltweiten Publikum und zu geschäftlichem Wachstum zu verschaffen”, sagt Rikard Steiber, der Viveport mitverantwortlich leitet.

HTC möchte insbesondere Entwicklern eine attraktive Plattform anbieten, um Einnahmen zu generieren. Es gibt bezahlte Downloads, In-App-Käufe, Abonnements und “andere Einnahmemöglichkeiten”. Ergänzend sollen “neue Plattformfunktionen” eingeführt werden, um die “Content-Entwicklung, den Vertrieb und das Kundenamanagement zu unterstützen”.

“HTC freut sich auf neue Content- und Software-Entwickler in der Viveport-Community. Tausende Entwickler, die mit HTC neue Wege gehen, haben sich bereits registriert”, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Unternehmens. Interessierte Entwickler können sich hier anmelden.

Im Westen trifft HTC auf renommierte Konkurrenz

Dass HTC versucht, Viveport weltweit zu etablieren, ist durchaus eine Überraschung. Bislang galt es als gegeben, dass der Online-Store in erster Linie dazu dient, den asiatischen Markt mit VR-Software zu bedienen. Dort ist Steam nicht verfügbar und HTC tritt somit nicht in direkte Konkurrenz zum Hardware-Partner Valve.

“Viveport ist live in China und dort der einzige Store. Wir sehen Chancen, dass wir in China einen massiven Markt erobern können”, sagte uns HTCs Joel Breton auf der E3 2016. In westlichen Gefilden tritt HTC ab Herbst gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz von Valve (Steam), Facebook (Oculus Home) und Google (Android VR, Daydream) an.

Wie sich das neue Angebot auf die Partnerschaft mit Valve auswirken wird, ist unklar. Klar ist hingegen, dass HTC ohnehin mit dem Rücken zur Wand steht und sich nicht allein auf die Vive-Hardware verlassen kann, um der aktuellen Finanzkrise zu entkommen. Außerdem bietet Valve das Alleinstellungsmerkmal von HTC Vive, namentlich Room-Scale-VR mit dem Trackingsystem Lighthouse, auch anderen Unternehmen zur Lizenzierung an. Es dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere Hersteller technisch ebenbürtige oder sogar bessere VR-Brillen auf den Markt bringen.

Das taiwanesische Unternehmen verlässt sich daher nicht allein auf die Vive-Brille und investiert an zahlreichen Stellen in die wachsende Virtual-Reality-Branche, um ein eigenes VR-Ökosystem aufzubauen. Viveport dürfte bei diesem Versuch ein zentraler Baustein sein.

| Source: HTC | Featured Image: HTC