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HTC Vive: Rund 30.000 Einheiten bislang an Endkunden ausgeliefert

von Matthias Bastian10. Mai 2016

Laut HTCs aktuellem Finanzreport war der Launch von HTC Vive “stark”. Aber was bedeutet “stark” in konkreten Zahlen?

Bisher hält HTC die neue VR-Brille noch aus den Finanzberichten raus. Grund dafür ist der kompetitive und umkämpfte Markt in direkter Konkurrenz mit Oculus VR und Facebook. HTC möchte verhindern, dass Oculus VR die eigene Preisstrategie durchschaut – verdient HTC gut an der VR-Brille, ist möglicherweise ein Preiskampf am Ende des Jahres zu erwarten. Wird die VR-Brille nur kostendeckend verkauft oder gar querfinanziert, hätte HTC auch kaum Spielraum, um die Nachfrage durch eine Preissenkung weiter anzukurbeln. Valve und HTC wollen sich nicht zu früh in die Karten schauen lassen.

Bislang ist nur eine konkrete Zahl bekannt: In den ersten  zehn Minuten nach dem Start der Vorbestellungen Ende Februar wurden laut HTCs VR-Spezialist Shen Ye rund 15.000 Einheiten bestellt. Ein weiterer Fingerzeig auf den bisherigen Verkaufserfolg der Vive-Brille ist die installierte Software bei Steam. Diese kann man mit der Software Steamspy ermitteln.

Das Spiel “Job Simulator” liegt jeder Vive-Brille kostenlos bei, läuft ausschließlich mit HTC Vive und wurde am 5. April, also exakt zum Launch der VR-Brille, bei Steam online gestellt. Job Simulator hat laut SteamSpy aktuell rund 30.000 Besitzer. Der Verdacht liegt nahe, dass diese Besitzer in erster Linie Vorbesteller sind, die ihren kostenlosen Key bei Steam bereits eingelöst haben. Die tatsächliche Zahl an ausgelieferten VR-Brillen könnte sogar noch einen Tick höher liegen, da sicher nicht alle Nutzer den Code einlösen. Geht man von einer Abrufquote von circa 80 Prozent aus, könnten also rund 35.000 Vive-Brillen im Besitz von Endkunden sein. Hinzu kommen Kunden aus China, die ihre Spiele nicht über Steam beziehen können.

Nicht eingerechnet sind die zahlreichen Entwicklerversionen, die schon länger im Umlauf sind. Die beiden ebenfalls kostenlosen und der VR-Brille beigelegten Apps “Fantastic Contraption” und “Tilt Brush” haben laut SteamSpy rund 50.000 Besitzer, sind aber schon deutlich länger bei Steam verfügbar und wurden auch von vielen Entwicklern installiert – das verzerrt die Statistik. Natürlich könnten auch unter den 30.000 Job-Simulator-Besitzern Entwickler sein, die das Spiel regulär gekauft haben.

Die Zahlen können daher nur als grober Richtwert dienen, zeigen aber in jedem Fall deutlich: Der VR-Markt ist noch eine enge Nische und HTC Vive ist eine Nische in der Nische. Zum Vergleich: Sonys PS4-Konsole hatte allein eine Million Vorbestellungen und konnte zwischen dem Launch im August 2013 und Dezember 2013 weltweit rund 4.5 Millionen Mal verkauft werden.

Eine aktuelle Marktanalyse geht davon aus, dass Oculus VR und HTC gemeinsam rund eine Million VR-Brillen bis Jahresende verkaufen können. Sony soll im letzten Quartal immerhin circa 2,6 Millionen Einheiten von Playstation VR an den Handel ausliefern. HTC hofft derweil darauf, dass die neue VR-Branche schnell genug wächst, um das schwächelnde Smartphone-Business aufzufangen.

| Via: Anshel Sag | Featured Image: HTC