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HTC Vive: Skulpturen formen in der virtuellen Realität – Kodon ausprobiert

von Tomislav Bezmalinovic29. November 2016

Wenn am 6. Dezember Oculus Touch erscheint, haben Nutzer mit “Medium” auf eine App Zugriff, mit der sie in der virtuellen Realität spielend leicht Skulpturen formen können. Für HTC Vive gibt es derzeit nicht viel Vergleichbares. Mit Kodon ist eine Modellierungssoftware in Arbeit, die zwar noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase steckt, aber viel Potenzial zeigt. Wir haben sie ausprobiert.

Wenn man Kodon startet, findet man sich in einer Art kosmischem Atelier inmitten des Weltalls wieder. Die App verfügt derzeit über zwei Gestaltungsmodi. Im ersten Modus wählt man aus verschiedenen geometrischen Grundformen und fügt diese in die Szene ein. Hat man zum Beispiel einen Kreis gewählt, kann man diesen anschließend an bestimmten Punkten greifen und durch Handbewegungen auf seine Form Einfluss nehmen. So lässt sich aus einer Kugel ein Ei oder eine Kreisfläche formen.

3D-Objekte wie Knetmasse behandeln

Der zweite Modus hört auf den Namen “Freedraw” und wurde erst vor kurzem implementiert. Dieser Modus erinnert an Tilt Brush, mit dem Unterschied, dass man statt Striche dreidimensionale Objekte malt. Hier stehen einem drei virtuelle Spritzpistolen zur Verfügung, die eine organische Masse, dicke Linien oder lauter kleine Vierecke in den Raum befördern. Leider ist die Zahl der darstellbaren Polygone derzeit noch stark begrenzt, sodass man beim Malen nicht weit kommt. Diese künstliche Limitierung soll im nächsten Update aufgehoben werden, wenn das Speichermanagement der Software optimiert wurde.

Dem Anwender stehen mehrere Werkzeuge zur Verfügung, mit denen man 3D-Objekte wie eine Knetmasse behandeln kann. Mit der “Push”-Funktion kann man in Vertiefungen in ein 3D-Modell hineindrücken, etwa um Augenhöhlen anzudeuten. “Pull” hingegen bewirkt das Gegenteil und kann genutzt werden, um eine Nase aus einem flachen Gesicht herauszuziehen. “Cut” hat die Funktion eines 3D-Radiergummis, mit dem man unerwünschte Stellen eines 3D-Objekts entfernen kann und mit “Smooth” lassen sich rauhe Stellen glätten.

Kodon ist erst zu 40 Prozent fertiggestellt

Mit einem Klick auf das Touchpad des rechten Vive-Controllers kann fliegend zwischen diesen Werkzeugen gewechselt werden. Wischt man mit dem Daumen das Touchpad hoch oder runter, wird das Werkzeug größer oder kleiner. So kann man zwischen groben und feinen Arbeiten am 3D-Objekt wechseln. Praktisch: Mit den Griffknöpfen lassen sich Aktionen rückgängig machen. Mit dem linken Vive-Controller greift und bewegt man Objekte, mit dem Touchpad vergrössert oder verkleinert man sie.

Leider kommt Kodon derzeit nicht ohne Menü aus. Dieses erscheint in Form eines flachen Fensters, das sich oben und unten greifen und beliebig im Raum platzieren lässt. Die Menüführung ist umständlich und verwirrend, aber die Entwickler geloben Besserung. Im Dezember soll ein Update erscheinen, das die Polygonlimits aufhebt und Verbesserungen beim Interface und eine Malfunktion einführen wird. Mit letzterer werden sich 3D-Objekte texturieren lassen.

Kodon ist derzeit bei Steam um 20 Prozent reduziert und kann für 15,99 Euro erworben werden. Der Entwickler macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass Kodon erst zu 40 Prozent fertiggestellt ist. Viele Funktionen fehlen noch und es kann zu Bugs oder Abstürzen kommen.