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Virtual Reality: Björk veröffentlicht Musikvideo “Notget VR”

von Tomislav Bezmalinovic4. April 2017

Update vom 4. April 2017:

Das Video zu “Notget VR” wurde in vollständiger Länge auf Youtube veröffentlicht. Ob und wann eine Version für HTC Vive oder andere VR-Systeme erscheint, ist nicht bekannt.

Ursprünglicher Artikel vom 19. Dezember 2017: Trailer zeigt neue Ausschnitte aus Björks “Notget VR”

Björks jüngstes Album namens “Vulnicura” war von Anfang an als ein Werk konzipiert, das weit über Musik hinausgeht. Um ihre Vision eines audiovisuellen Gesamtkunstwerks umzusetzen, experimentiert die isländische Künstlerin seit fast zwei Jahren mit Virtual Reality. Für das Lied “Notget” wurde gar eine VR-Erfahrung für HTC Vive produziert. Nun ist ein neuer Trailer erschienen.

Für Notget VR arbeitete Björk mit dem Londoner Spezialeffektstudio Analog zusammen. In einem ersten Schritt wurden Björks Bewegungen per Motion-Capturing-Verfahren aufgezeichnet. Danach fügte das Studio zahlreiche, digitale Effekte hinzu. “Wir wollten, dass die Oberflächen sich verändern, leuchten und durch das ganze Stück hindurch interessant ausschauen”, sagt Matt Chandler von Analog gegenüber The Creators Project.

In dem Lied verarbeitet Björk den Schmerz einer Trennung. Entsprechend düster kommt die visuelle Gestaltung der VR-Erfahrung daher. “Wir haben knochenartige Strukturen in den Körper hineinwachsen lassen, um eine komplexe und zerbrechliche Anatomie zu schaffen, die Verfall, Tod und Verletzlichkeit repräsentiert”, erzählt Chandler.

Gegen Ende setzt das Lied jedoch hellere Akzente: “Die dunkle, unheilschwangere Atmosphäre löst sich auf, während sie sich ein Lichtwesen verwandelt, das umgeben ist von hypnotisierenden, fließenden Bewegungen”, schildert Matt Chandler. Um diese aufwendigen Effekte umzusetzen, griff Analog auf eine Vielzahl von 3D-Programmen zurück. Zum Einsatz kam auch Unity.

Das Studio experimentiert schon seit dem Erscheinen von HTC Vive mit Virtual Reality. “Anstatt durch ein Fenster in eine Umgebung zu schauen, ist VR ein Portal, das es dem Zuschauer ermöglicht, ein Video zu betreten und emotionaler auf Bilder und Musik zu reagieren”, meint Matt Chandler.

Björk will das ganze Album in der Virtual Reality umsetzen

Ihren ersten Vorstoß in die Virtual Reality machte Björk mit einem 360-Grad-Video zu Stonemilker, dem ersten Song auf Vulnicura. Das Video feierte im März 2015 an der Björk-Retrospektive im New Yorker Museum of Modern Art Premiere. Besucher der Ausstellung konnten sich eine Oculus Rift aufsetzen, um sich das Video anzuschauen.

Im Dezember 2015 erschien das Musikvideo zu einem weiteren Song namens Mouth Mantra. Das Video war ursprünglich mit einem 360-Grad-Kamerarig aufgezeichnet worden, ist in dieser Form aber nur auf der Wanderausstellung “Björk Digital” zu sehen. Diese startete im Juni dieses Jahres in Sydney. Bei der Eröffnung der Ausstellung konnten Besucher zum ersten Mal Notget VR ausprobieren.

Björk Digital machte als nächstes in Tokyo Halt. Dort performte die Künstler den Song Quicksand in der Virtual Reality und übertrug ihren Auftritt per Live-Streaming. Bei Eröffnung der Ausstellung im Londoner Somerset House einige Zeit später tat Björk etwas Ähnliches und sprach zu den Besuchern über einen Live-Stream, während sie sich in der virtuellen Realität aufhielt. Den Besuchern erschien sie auf einer Leinwand in Form eines engelhaften Avatars.

Von Mitte Oktober bis Mitte November machte die Ausstellung in Montreal Station. Dort wurde zum ersten Mal eine VR-Version des Lieds Family präsentiert. Man darf gespannt, womit Björk als nächstes aufwartet.

Ob und wann Notget VR abseits der Wanderausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ist nicht bekannt. Der erste Trailer erschien am 2. November. Unten sind beide Trailer zu finden.

| Featured Image: Björk

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