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HTC Vive: Trotz Launch der VR-Brille macht HTC weiter Verluste *Update*

von Matthias Bastian3. August 2016

Update vom 3. August 2016:

Auch die Finanzergebnisse zum zweiten Quartal 2016 fallen für HTC trotz der zusätzlichen Einnahmen durch die Vive-Brille alles andere als positiv aus. Der Umsatz lag in dieser Periode bei rund 600 Millionen US-Dollar und hat sich gegenüber dem Vorjahr fast halbiert. Das Minus gegenüber dem zweiten Quartal 2015 beträgt 44 Prozent. Den Verlust für Q2 2016 gibt HTC mit 133 Millionen US-Dollar an.

Immerhin: Der Verkauf von HTC Vive soll den Umsatz gegenüber dem ersten Quartal 2016 um 27 Prozent gesteigert haben. Ohne die VR-Brille wäre es um das Unternehmen also noch deutlich schlechter bestellt. Offizielle Verkaufszahlen nennt HTC nicht. Nach aktuellen Schätzungen anhand von Verkaufsdaten bei Steam für das Spiel Job Simulator wurden rund 90.000 VR-Brillen an Endverbraucher verkauft.

Zuletzt kommentierte das Unternehmen den Sinn und Zweck des Tochterunternehmens HTC Vive Tech in einem Statement ausführlicher: Die HTC Vive Tech Corp. solle “als Vehikel dienen”, um “strategische Allianzen zu entwickeln und das globale VR-Ökosystem aufzubauen”. In der Vive Tech Corp. sind ab sofort alle Geschäftsprozesse angesiedelt, die Bezug zu Virtual Reality haben.

Ursprüngliche Meldung vom 7. Juni 2016:

Eigentlich sollte die VR-Brille HTC Vive dem finanzschwachen Unternehmen HTC auf die Beine helfen. Zumindest kurzfristig scheint das nicht zu funktionieren.

Laut dem aktuellen Finanzreport macht HTC im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig Verluste – und das obwohl mit dem neuen Flaggschiff-Smartphone HTC 10 und der VR-Brille HTC Vive zwei Premiumprodukte im April neu auf den Markt gekommen sind.

Der Umsatz des Elektronikkonzerns betrug im Mai 2016 nur mehr rund 210 Millionen US-Dollar, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Verlust von rund 37 Prozent. Im April betrug der Umsatzrückgang sogar 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr, insgesamt lagen die Einnahmen in diesem Monat nur bei knapp 180 Millionen US-Dollar.

Aktuell könnte HTC rund 55.000 Vive-Brillen verkauft haben, davon allein 15.000 in den ersten zehn Minuten nach Vorbestellstart. Die Verkäufe dürften sich über den Sommer weiter verlangsamen. Die US-Banker von Goldman Sachs gehen davon aus, dass Virtual Reality bis 2020 rund 60 Prozent des Umsatzes von HTC ausmachen könnte.

Das setzt allerdings voraus, dass HTC bis dahin nicht die Reißleine zieht und die Vive-Marke in ein eigenständiges Unternehmen überführt und so von den Umsatzverlusten des Mutterkonzerns abkoppelt. Anfang Mai schaffte HTC die Basis dafür und gründete die “HTC VIVE TECH Corp.”, ein Tochterunternehmen, das noch zu 100 Prozent zu HTC gehört.

Zuletzt initiierte Vive-Projekte wie der 100 Millionen US-Dollar VR-Fördertopf “Vive X” oder die internen Vive Studios, die hochwertige VR-Inhalte produzieren sollen, verzichten bereits auf die Marke HTC im Namen. Das gilt auch für den Viveport, HTCs VR-Online-Shop, der speziell im asiatischen Markt Umsatz generieren soll. Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass sich HTC möglicherweise über den Verkauf von Non-Gaming VR-Anwendungen im eigenen Store retten kann.

Derweil müssen sich Fans der VR-Brille wenig Sorgen machen, dass das bisher investierte Geld den Bach runtergeht. Mit Valve hat HTC einen finanzstarken Partner an der Seite, der aus Eigeninteresse dafür sorgen wird, dass das Steam-VR-Ökosystem fortbesteht – auch wenn HTC stolpert.

| Source: HTC