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HTC Vive: Update für Destinations – Wandelt in den Spuren der Beatles

von Matthias Bastian29. Oktober 2016

Update vom 29. Oktober 2016:

Erneut streckt sich Valve und baut den Vorsprung von Destinations als Referenzplattform für virtuelle Trips weiter aus. Neben zahlreichen neuen Umgebungen und einem überarbeiteten Nutzerinterface kann man jetzt auch gemeinsam musizieren. In einer Bar in Liverpool darf man virtuell in die Haut der Beatles schlüpfen und zusammen mit anderen Nutzern Gitarre, Schlagzeug und Marimbaphon erklingen lassen.

Ebenfalls neu ist der fotorealistisch gerenderte Ausflug ans Ufer der Themse direkt neben der Tower Bridge und ein neues Minispiel im Stile eines Schiffe versenken für mehrere Nutzer. Außerdem gibt es eine Reihe neuer Avatare und versteckter Items. Den kostenlosen Download gibt es hier.

Update vom 28. September 2016:

Valve optimiert Destinations weiter und fügt der App öffentliche Lobbies hinzu, in denen sich VR-Nutzer treffen und gemeinsam auf eine Tour durch die mittels Photogrammetrie erstellten fotorealistischen Virtual-Reality-Umgebungen starten können. Neben zahlreichen Bugfixes gibt es mit dem Update auch neuen Inhalt: Valve scannte die Lobby des eigenen Firmensitzes in Seattle ein. Für Fans versteckten die Entwickler einige Easter Eggs mit Bezug zu Steam und den beliebtesten Spielen. Auch einige interaktive Elemente wurden integriert. Selbstverständlich darf man das Valve-HQ auch mit Oculus Rift betreten.

Wer in die Photogrammetrie einsteigen und die eigenen vier Wände oder besonders schöne Orte in Virtual Reality begehbar machen möchte, findet in diesem Tutorial einen guten Überblick.

Update vom 28. Juli 2016: 

Valves “Destinations”-App für virtuelle Ausflüge unterstützt ab sofort auch Multi-User-Reisen. Mehrere Freunde können sich gleichzeitig in Form von individuell anpassbaren Avataren treffen und die aus Fotos rekonstruierten Photogrammetrie-Welten gemeinsam begehen. Außerdem integriert Valve im neuen Update eine Physik-Engine samt Gegenständen, die von Nutzern aufgehoben, in der Größe verändert und geworfen werden können.

Seit dem Launch im Juni entwickelt sich die Destinations-App hervorragend. Immer mehr Nutzer stellen hochwertige, kostenlose Inhalte im Steam Workshop bereit. Ein Nutzer rekonstruierte aufwendig eine deutsche Wassermühle mit bemerkenswertem Detailgrad.

Ursprünglicher Artikel:

Photogrammetrie für alle: Mit Valves neuem “Destinations Workshop”-Programm könnte es eine ganze Ecke einfacher werden, virtuelle Welten via Fotoaufnahmen selbst anzufertigen.

Die Photogrammetrie ist eine Methode, bei der mittels zahlreicher Fotoaufnahmen eine reale Umgebung für Virtual Reality rekonstruiert werden kann. Um loszulegen braucht es im Prinzip nicht mehr als eine herkömmliche Fotokamera mit hochwertigem Objektiv, das möglichst wenig verzerrt. Der Aufwand ist stark skalierbar, abhängig davon, wie detailliert und präzise das Ergebnis sein soll und wie groß die in VR zu übertragenden Objekte sind. Es können schon eine handvoll Fotos reichen oder es sind mehrere tausend Aufnahmen notwendig, um das Wunschergebnis zu erzielen. Die Einzelaufnahmen werden am PC mit einer Spezialsoftware zu einer volumetrischen 3D-Umgebung zusammengeführt.

Der VR-Nutzer kann die 3D-Umgebung anschließend frei begehen, die Perspektive ist dabei nicht an die Position der Kameralinse gebunden, so wie es bei 360-Videos der Fall ist. Zumindest in der Übergangsphase, bis es neue Aufnahmetechnologien speziell für VR gibt, ist diese Methode vielversprechend, um in erster Linie reale Orte fotorealistisch in die Virtualität zu übertragen.

Mit den “Destinations Workshop Tools” veröffentlicht Valve heute eine Anwendung als “Early-Access”-Version, die es Kreativen leichter machen soll, solche virtuellen Umgebungen zu bauen und diese mit interaktiven, digitalen Elementen anzureichern.

Beispielsweise bietet die App standardmäßig Unterstützung für die Bewegungscontroller von HTC Vive samt Teleportfunktion. Als Inspiration liefert Valve auch Photogrammetrie-Beispiele mit, unter anderem kann man die Marsoberfläche begehen. Diese wurde aus schwarz-weiß Fotoaufnahmen der Marssonde “Curiosity” erstellt und nachkoloriert. Auch ein virtueller Ausflug in die “Church of England” ist möglich.

Blick auf die Benutzeroberfläche der Destination Tools. Bild: Valve

Blick auf die Benutzeroberfläche der Destination Tools. Bild: Valve

Tutorials und Praxisbeispiele sollen den Einstieg erleichtern

Um den Einstieg zu erleichtern, bietet die Anwendung Beispielumgebungen mit interaktiven Elementen, die mit Valves Source Engine 2 erstellt wurden – auch die ist Bestandteil der App. Auf Basis dieser Beispiele und zusätzlicher Tutorials soll man recht einfach interaktive VR-Erfahrungen bauen können. Unter anderem zeigt die Anwendung bei den Beispielumgebungen an, wie viele Fotos und aus welchen Winkeln diese angefertigt wurden. So bekommt man ein besseres Gefühl für den Fotografieprozess. Fertig gerenderte VR-Umgebungen können über den Steam-Workshop mit anderen Nutzern geteilt werden; ein Verkauf ist vorerst nicht vorgesehen, könnte aber in Zukunft möglich sein.

“Wir wissen, dass unsere Community tolle Sachen erschaffen kann, nicht nur in unseren Spielen, sondern in über 400 Titeln, die den Steam-Workshop unterstützen”, sagt der Valve-Programmierer Tom Bui dem Online-Magazin Polygon. “Es schien uns sinnvoll, dass wir Kreativen die Möglichkeit geben, auch VR-Erfahrungen zu erschaffen und diese mit anderen zu teilen.”

Das Zusammenführen der einzelnen Fotoaufnahmen zu einer 3D-Umgebung übernimmt die Software allerdings nicht, dafür braucht es zusätzlich kostenpflichtige Programme wie Agisoft Photoscan oder Reality Capture. Destination Workshop unterstützt alle VR-Brillen, die unter OpenVR laufen. Das Interface in VR kann auch mit einem herkömmlichen Gamepad bedient werden. Eine ausführliche Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte gibt es in diesem Wiki.

Du interessiert Dich für Photogrammetrie? Gleichgesinnte findest Du im vrforum.de.

| Via: Polygon | Featured Image: Valve