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HTC Vive: Verkäufe übertreffen Valves Erwartung, drahtlose VR-Brillen in 2018

von Matthias Bastian11. Februar 2017

Diese Woche lud sich Valve zahlreiche Journalisten ins Hauptquartier nach Bellevue ein, um mehr über die mittelfristige Unternehmensstrategie zu verraten. Ein wichtiger Bestandteil der Gespräche: Virtual Reality.

Unter den Gesprächspartnern waren unter anderem Valve-Gründer Gabe Newell sowie Ingenieur Joe Ludwig, der bei der Entwicklung des Trackingsystems Lighthouse eine wichtige Rolle spielt.

Beim Pressegespräch stellte Newell einmal mehr den Prototyp eines neuen 3D-Controllers vor. Erstmals wurde das Gerät auf einer Entwicklerkonferenz im Oktober 2016 gezeigt. Dass Newell es nun persönlich der Presse vorführt, könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Unternehmen konkret mit dem neuen Konzept plant.

Der 3D-Controller wird nicht in der Hand gehalten, sondern mit einer Schnalle am Handrücken und am Handgelenk befestigt (siehe Titelbild, Quelle: Gamerevolution). Das hat den Vorteil, dass der Nutzer die Hand ganz öffnen kann, ohne dass der Controller herunterfällt.

Sensoren im Controller erkennen, wie weit die Hand geöffnet ist und übertragen die Greifbewegung als Animation in die Virtual Reality. Die Sensoren registrieren nicht nur auf und zu, sondern auch den halben Weg. Man kann also fest zupacken oder vorsichtig anfassen.

Laut der Webseite Gamerevolution, die bei der Demonstration vor Ort war, ist die neue Hardware außergewöhnlich klein und eher eine Evolution als eine Revolution im Vergleich zu aktuellen Eingabegeräten. Für das Design soll Valve eng mit Drittentwicklern zusammengearbeitet haben.

Ebenfalls überarbeitet wurden die Basisstationen des Trackingsystems Lighthouse. Laut Ingenieur Joe Ludwig konnte die Präzision und die Weite des Sichtfelds des Trackingverfahrens verbessert werden.

Da die Anzahl der Bauteile reduziert wurde, sind die neuen Basisstationen trotz besserer Performance günstiger, kleiner, leiser und verbrauchen weniger Strom. Wann die Revision veröffentlicht wird, steht noch nicht fest.

Wireless VR ist laut Newell gelöst und soll in Vive 2 integriert werden

Die Befreiung vom Kabel könnte für Virtual Reality ein wichtiger Schritt sein, um für einen größeren Markt attraktiver zu werden. Laut Valve-Chef Gabe Newell ist das Problem technisch grundlegend gelöst.

Für 2017 erwartet er entsprechende Erweiterungen wie jene von Tpcast. In HTC Vive 2 könnte die Drahtlostechnologie im kommenden Jahr bereits integriert sein. Zuletzte investierte Valve eine “signifikante Summe” in das US-Unternehmen Nitero, das sich auf Highspeed-WiFi-Lösungen für mobile Endgeräte spezialisiert hat.

Die Verkaufszahlen von HTC Vive sollen die Erwartungen von Valve übertroffen haben, die jedoch niedrig angesetzt gewesen seien. Die größten Veränderungen bei zukünftigen VR-Brillen soll es bei der Displayauflösung und der Bildwiederholrate geben, glaubt Newell. Für Valve sei die Vive-Brille eine Chance, die Industrie nach vorne zu bringen, die noch immer scheitern könne.

Um das Risiko zu minimieren, soll in den kommenden Monaten die Qualität der Software deutlich steigen. “Die Leute arbeiten jetzt an der zweiten Generation Spiele und dort arbeiten sie alles ein, was sie bei der ersten Generation gelernt haben”, sagt Newell. Kommende Titel sollen die “einmaligen Möglichkeiten von VR” besser nutzen. Sehr ähnlich äußerte sich im Dezember 2016 Jason Rubin, der Chef für Inhalte bei Oculus VR.

Laut dem Journalisten von Gamerevolution sei beim Pressegespräch deutlich geworden, dass die Virtual-Reality-Industrie in den kommenden Monaten “außergewöhnlichem Wandel” unterworfen sei, bei dem Valve eine Hauptrolle spielen würde.

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| Featured Image: Gamerevolution | Source: Gamerevolution

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