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HTC Vive verkauft sich offenbar besser als Oculus Rift

von Matthias Bastian4. Juli 2016

Update vom 4. Juli:

Laut Steamspy ist das noch Vive-exklusive VR-Spiel Job Simulator mittlerweile bei rund 75.000 aktivierten Einheiten. Anfang Mai lag der Titel noch bei 25.000 aktivierten Einheiten, im Juni waren es schon 50.000. Job Simulator eignet sich für die Prognose der tatsächlichen Hardware-Verkaufszahlen noch am ehesten, da es der VR-Brille kostenlos beiliegt und erst zum Launch bei Steam veröffentlicht wurde. Persönliche Präferenzen der Käufer spielen dabei keine Rolle, denn Job Simulator, Tilt Brush und Fantastic Contraption lassen sich mit dem beigelegten Steam-Code nur im Bundle aktivieren. Wenn man damit kalkuliert, dass circa 90 Prozent der Vive-Käufer den Code auch verwenden, könnte HTC Vive bei rund 85.000 verkauften Einheiten liegen. Der chinesische Markt ist nicht inbegriffen.

Geht man nach der aktuellen Steam-Hardwareumfrage aus dem Monat Juni, dann hatten 0,15 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Vive-Brille und 0,06 Prozent der Steam-Nutzer vergnügten sich mit Oculus Rift. Wenn die 0,15 Prozent den circa 85.000 verkauften Einheiten entsprächen, dann wären circa 34.000 Steam-Nutzer mit Oculus Rift unterwegs. Hinzu kämen jene Oculus-Rift-Brillen, die nur bei Oculus Home aktiviert wurden.

Diese Rechnungen dienen aber bestenfalls nur als sehr grobe Annäherung an die realen Verkaufszahlen. Der mögliche Vorsprung von HTC Vive könnte auch an den Lieferbedingungen liegen und muss nicht zwangsläufig etwas mit der Nachfrage oder Popularität zu tun haben. Seit Anfang Juni liefert HTC die VR-Brille innerhalb von 72 Stunden aus, während Oculus VR noch immer nicht alle Vorbesteller bedient hat. So oder so: Dafür, dass beide VR-Brillen bereits seit Monaten verfügbar sind, sind die Verkaufszahlen eher gering. Im Herbst startet Sony mit Playstation VR. Die VR-Brille der Japaner dürfte die PC-Konkurrenz relativ schnell und deutlich abhängen.

Update vom 7. Juni:

Diese Meldung wird Oculus VR wenig erfreuen: Der ärgste Wettbewerber HTC verspricht nun ab sofort eine Auslieferung der Vive-Brille innerhalb von nur 72 Stunden in weltweit 24 Ländern. Zusätzlich soll die Präsenz im Einzelhandel weiter ausgebaut werden, dazu gehören auch mehr Demostationen. Ob HTC die eigene Lieferkette besser im Griff hat oder ob Oculus VR einfach deutlich mehr Bestellungen abarbeiten muss, lässt sich mangels konkreter Verkaufszahlen derzeit nicht bestimmen.

“Seit dem Vorbestellstart Ende Februar und dem Versandstart Anfang April gab es unglaubliches Interesse für Vive”, sagt Dan O’Brien, VR-Verantwortlicher bei HTC. “Die Kooperation mit dem Einzelhandel verbessert unsere Situation weiter, weil nun mehr Menschen das einzig wahrhaftig immersive Virtual-Reality-Erlebnis auf dem Markt ausprobieren können.”

Ursprüngliche Meldung:

Reingehen, 800 US-Dollar zuzüglich Steuern zahlen, rausgehen, VR-Brille heimtragen – so einfach kann das sein mit Virtual Reality.

Die US-Einzelhandelskette Micro Center, spezialisiert auf Computerteile und Zubehör, bietet HTC Vive ab sofort direkt auf der Ladenfläche an. Einige Shops bieten ergänzend auch Demostationen, aber auch wenn keine Demo angeboten würde, so heißt es in einer Kundenmail von Micro Center, könne man sich sicher sein, “dass HTC Vive das Beste ist, das VR derzeit zu bieten hat” und beruhigt zugreifen.

Ein Käufer berichtet, dass in seinem lokalen Geschäft zehn Geräte vorrätig waren. Auch die drei kostenlos mitgelieferten Anwendungen Fantastic Contraption, Job Simulator und Google Tilt Brush sind noch im Lieferumfang enthalten, wenn auch in limitierter Auflage. Ursprünglich waren die Codes als exklusives Angebot für Vorbesteller vorgesehen.

Im Gegensatz zum Wettbewerber Oculus VR scheinen HTC und Valve die Auslieferung der Vive-Brille recht gut im Griff zu haben. Während viele Rift-Vorbesteller noch immer auf ihre VR-Brille warten, können sogar neue Vive-Besteller davon ausgehen, innerhalb kurzer Zeit beliefert zu werden. Vereinzelt berichten Besteller aus den USA sogar von einer Über-Nacht-Lieferung.

Unbekannt ist, ob Oculus VR mit der erhöhten Nachfrage oder doch eher mit Produktionsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Eine kurzfristige Auswechslung des Produktionschefs vor wenigen Wochen lässt eher letzteres vermuten.

Virtual Reality in freier Wildbahn. BILD: Locknawl, Reddit

Virtual Reality in freier Wildbahn. BILD: Locknawl, Reddit

Job-Simulator-Installationen seit Anfang Mai verdoppelt

Derweil schweigen HTC und Valve nach wie vor zu den Verkaufszahlen der VR-Brille. Das kostenlose und Vive-exklusive VR-Spiel Job Simulator hat laut Steam Spy bisher rund 55.000 Besitzer – das sind etwa 25.000 mehr als noch Anfang Mai.

Das Spiel ist exklusiv für HTC Vive und erst seit dem Launch verfügbar, taugt von daher als grober Indikator, um die Verkaufszahlen abzuschätzen. Die tatsächliche Anzahl an verkauften VR-Brillen dürfte sogar noch einen Tick höher liegen, da Steam in China weniger genutzt wird; außerdem löst wahrscheinlich nicht jeder Käufer die kostenlos beigelegten Steam-Codes ein.

Selbst wenn man von 60.000 bis 70.000 verkauften Vive-Brillen ausgeht, wäre das noch immer eher wenig in Relation zum Hype. Zum Vergleich: Sonys PS4-Konsole konnte zwischen dem Launch im August 2013 und Dezember 2013 weltweit rund 4,5 Millionen Mal verkauft werden.

Eine aktuelle Marktanalyse geht davon aus, dass Oculus VR und HTC gemeinsam rund eine Million VR-Brillen bis Jahresende absetzen können. Sollte die oben genannte Verkaufszahl in etwa stimmen, müsste die Nachfrage zum Weihnachtsgeschäft schon deutlich anziehen, um dieses Ziel noch zu erreichen – oder Oculus VR verkauft deutlich erfoglreicher.

| Via: Ars Technica | Featured Image: Locknawl bei Reddit