Auf der CES 2018 kündigten Intel und HTC einen offiziellen für Vive und Vive Pro optimierten Wireless-Adapter an. Laut eines ersten Testberichts funkt der auf Kabelniveau, ist aber ähnlich kompliziert im Aufbau wie Tpcasts Drahtlosadapter. Erscheinen soll er im Sommer.

Die YouTuber von Tested hatten Gelegenheit, Intels und HTCs kommenden Drahtlosadapter für Vive und Vive Pro zu testen. Das Gerät erscheint exklusiv für die Vive-Familie, es wurde für die Kopfbefestigung der Brillen optimiert und trägt das Vive-Logo.

Der Adapter setzt auf ein dynamisches Kompressionsverfahren der Wireless-Spezialisten von Displaylink in Kombination mit Intels WiGig-Netzwerktechnologie, die auf dem Wi-Fi-Standard IEEE 802.11ad beruht und im 60-Gigahertz-Band funkt. Laut eines Displaylink-Sprechers soll der Adapter bei einer 4K-Übertragung mit 90 Hz “noch lange nicht am Limit” sein.

Der Aufbau bleibt kompliziert

Ähnlich wie bei dem für Vive und Oculus Rift verfügbaren China-Adapter von Tpcast ist der Aufbau recht komplex: Für Tpcast muss ein USB-Router am PC angeschlossen und ein Video-Sender möglichst mittig auf der Trackingfläche aufgebaut werden. Beim Intel-Adapter muss man sogar mit dem Schraubenzieher ran und eine PCI-Express-Karte im Rechner einbauen.

An diese Karte wird wiederum eine Antenne angeschlossen, die dann möglichst hoch im Raum positioniert wird mit Sichtlinie zum VR-Brillenträger. Für den Enthusiastenmarkt ist dieser Aufbauaufwand womöglich noch zu verschmerzen. Otto Normalverbraucher hingegen wird genervt abwinken. Aber der dürfte ohnehin nicht zur Zielgruppe gehören.

Wie bei Tpcast hängt Intels Wireless-Leistung davon ab, wie gut die Antenne auf den Drahtlosempfänger ausgerichtet ist, der auf dem Kopf des VR-Brillenträgers sitzt. Das laut dem Displaylink-Sprecher nur zwei Meter lange Antennenkabel könnte außerdem etwas kurz sein, wenn der Rechner nicht unmittelbar an der Wand steht.

Der Drahtlosempfänger an der Vive-Brille wird wie Tpcast von einem USB-Akkupack mit Strom versorgt, das am Gürtel getragen werden kann.

Wireless-VR ohne Kompromisse – diesmal bezahlbar?

Laut Tested gab’s beim ersten Ausprobieren des offiziellen Vive-Drahtlosadapters keine Probleme mit spürbarer zusätzlicher Latenz oder Bildartefakten. Die VR-Erfahrung soll qualitativ auf Kabelniveau sein.

Das gleiche Ergebnis bescheinigte ich ebenfalls dem Tpcast-Adapter bei meinem Test im November 2017. In jedem Fall wird das Virtual-Reality-Erlebnis durch Drahtlos-VR deutlich aufgewertet.

Bleibt zu hoffen, dass der Intel-Adapter etwas Bewegung in die Preise bringt. Tpcast kostet dank Monopolstellung ab 350 Euro aufwärts. Das ist teurer als Playstation VR und fast so teuer wie Oculus Rift. Und das für eine Funktion, die fürs Vorankommen von VR-Technologie entscheidend sein wird.


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