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HTC Vive: “Vive Tracker” angekündigt, erstes Zubehör gezeigt *Update*

von Tomislav Bezmalinovic9. Januar 2017

Update vom 9. Januar 2017:

Die US-Seite Tested hat ein Youtube-Video von der CES veröffentlicht, in dem der Vive Tracker und der Audio Deluxe Strap unter die Lupe genommen werden.

Norman Chan zufolge können von SteamVR nebst den Vive-Controllern und der VR-Brille bis zu 13 Vive Tracker erfasst werden. Die Sache hat allerdings einen Haken: Die Vive-Controller oder Vive Tracker schicken ihre Bewegungsinformation drahtlos an die VR-Brille, die über die Kabel zum PC gelangen, wo sie weiterverarbeitet werden.

Die VR-Brille kann sich jedoch nur mit zwei Geräten verbinden: zum Beispiel mit zwei Vive-Controllern oder mit zwei Vive Trackern oder einem Vive-Controller und einem Vive Tracker. Mehr ist nicht möglich.

Der Ingenieur Alan Yates, der das Lighthouse-Trackingsystem für Valve entworfen hat, ließ auf Twitter etwas anderes verlauten. Ihm zufolge habe er bereits zehn Vive Tracker von SteamVR erfassen lassen. Das sei kein Problem, weil jeder Vive Tracker einen USB-Dongle voraussetze. Ob die Vive Tracker anstelle der Vive Controller benutzt werden können und auf diese Weise keinen USB-Dongle brauchen, verrät Yates nicht.

An der Unterseite des Vive Trackers sind zwei Gewinde zur Befestigung an Objekten und sechs Federstiftkontakte eingelassen, über die der Vive Tracker an das entsprechende Zubehör angeschlossen wird. Betätigt man auf dem Zubehör einen Knopf, wird diese Eingabe an den Vive Tracker weitergeleitet. Der schickt die Information zum USB-Dongle oder an die VR-Brille weiter.

Update vom 5. Januar 2017:

HTC hat bekanntgegeben, dass es mindestens 1.000 Vive Tracker an Entwickler verteilen will. Damit dürfte uns dieses Jahr eine wahre Flut an Zubehör für HTC Vive erwarten. Auf der CES führt das taiwanesische Unternehmen drei Beispiele für neues Zubehör vor, das von dem Vive Tracker Gebrauch macht. Ein Journalist des US-Techblogs Road to VR hatte Gelegenheit, das Zubehör auszuprobieren.

Das erste Gerät ist ein Maschinengewehrreplikat, das anhand des Sniper-Spiels “The Nest” vorgeführt wurde. Der Journalist spielte eine Version, in welcher das 3D-Modell des Gewehrs bereits im Spiel implementiert ist. Durch die robuste Bauweise, das Gewicht der Waffe, den simulierten Rückstoß und die optische und haptische Übereinstimmung von realem und virtuellen Gegenstand fühlte sich das Handling der Waffe in der Virtual Reality dem Journalisten zufolge sehr glaubhaft an.

Bei dem zweiten Zubehör handelt sich um einen Baseballschläger. Der Vive Tracker wird am unteren Ende des Schlägers befestigt. In der Anwendung selbst warf ein virtueller Pitcher dem Journalisten Bälle zu. Erst nach einigen Fehlversuchen gelang es dem Journalisten, den Baseball zu treffen und bis zur ersten Baseline zu befördern. Das Zubehör ist nicht für VR-Spiele konzipiert, sondern stammt von einem Startup namens TrinityVR, das damit professionelle Baseballspieler trainieren und Statistiken zu Schlagtechniken erheben will.

Zu guter Letzt konnte der Journalist ein virtuelles Feuer löschen und hielt hierfür ein Zubehör in der Hand, das einem realen Feuerwehrschlauch nachempfunden ist. Der Vive Tracker ist an dessen Ende aufgeschraubt. Das Zubehör hat eine motorisierte Spule verbaut, die die Kräfte simuliert, die wirken, wenn Wasser mit hohem Druck durch einen Feuerwehrschlauch befördert wird. Der Journalist lernte in der Simulation das Zielen mit dem Schlauch und den Strahlregler sachgemäß zu benutzen. Das Zubehör ist ebenfalls nicht fürs Gaming gedacht, sondern wird zur Ausbildung von Feuerwehrmännern genutzt.

Ursprüngliche Meldung vom 5. Januar 2017:

Auf der CES kündigte HTCs Daniel O’Brien den Vive Tracker an, eine drahtlose Trackingeinheit, die an beliebige Gegenstände und an Zubehör von Drittherstellern befestigt werden kann, um diese in die Virtual Reality zu holen.

Der Vivetracker soll einen Durchmesser von rund 10 Zentimeter haben. Das entspricht ungefähr der Grösse der Trackingeinheit des Vive-Controllers. Das Modul soll laut O’Brien 20 Sensoren verbaut haben und damit genauso präzise im Traum getrackt werden können wie die Vive-Controller.

Der Tracker hat Batterien integriert, die sechs Stunden durchhalten sollen und wird über einen USB-Port geladen, so wie die Vive-Stäbe. Der USB-Port dient aber nicht nur zum Laden. Über diesen können Hersteller wichtige Information zu ihrem Zubehör an den Vive Tracker übertragen. Wie die Vive-Controller und die VR-Brille verbindet sich der Tracker per Wi-Fi mit dem Computer und kann so an den PC übermitteln, welche Tasten auf dem Zubehör was bewirken.

Daniel O’Brien zufolge gibt es jetzt zwei Möglichkeiten für Hardwareentwickler, um Zubehör für HTC Vive zu bauen. Entweder sie nehmen an Valves Training statt und bauen die Sensoren selber in ihre Hardware ein oder sie entwickeln Hardware, an die der Vive Tracker befestigt werden kann. Der Vive Tracker verfügt über eine Befestigungsschraube, damit er sicher am Zubehör befestigt werden kann.

Nach der Pressekonferenz wurde eine große Zahl von neuem Zubehör für Vive gezeigt, die vom Vive Tracker Gebrauch machen, darunter ein Baseballschläger, eine Maschinenpistole und Handschuhe. Wieviel der Vive Tracker kosten wird, ist noch nicht bekannt. Er soll im zweiten Quartal 2017 erscheinen.

| Featured Image: HTC