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HTC Vive: Vive-Tracker funktioniert ohne VR-Brille

von Matthias Bastian29. März 2017

Entgegen anderslautender Aussagen von HTC funktionieren die Vive-Tracker ohne die VR-Brille HTC Vive. Der Hersteller der Trackingsensoren veröffentlicht eine Anleitung.

Die Vive-Tracker haben wie die 3D-Controller von HTC Vive und die VR-Brille selbst spezielle Fotosensoren samt Chip integriert, die auf das Laserlicht reagieren, das die beiden Basisstationen in den Raum werfen. Laut HTC setzen die Tracker eine Vive-Brille voraus, damit sie mit Steam VR verbunden werden können.

Der Hersteller des Trackingchips, Triad Semiconductor, widerspricht HTCs Aussage und veröffentlicht auf der eigenen Webseite eine Anleitung, wie sich die Tracker direkt mit Steam VR verbinden lassen.

Die Anleitung ist banal: es reicht schon, in einer Steam-VR-Konfigurationsdatei den Wert “Headset benötigt” von “Ja” auf “Nein” umzustellen. Mit diesem Trick könnte man auch einen einzelnen 3D-Controller mit nur einer Basisstation erfassen.

Laut Alan Yates, Lighthouse-Erfinder im Dienste von Valve, lassen sich zehn und mehr der Vive-Tracker mit Steam VR verbinden. Damit sollten auch die Bewegungen größerer Objekte erfasst werden können.

Rund sechs Trackingeinheiten reichen aus, um die Bewegungen eines Menschen vollständig zu erfassen. HTC veröffentlichte eigens für diesen Zweck eine spezielle Software, die Entwicklern den Zugang zum Feature erleichtern soll.

In erster Linie für Non-VR-Anwendungen interessant

Obwohl er einfach umzusetzen ist, hat der Hack für Endverbraucher weiter keine Relevanz. Er ist interessant für industrielle Kunden oder generell Nutzer, die die präzise Bewegungserfassung von Lighthouse für Anwendungen außerhalb von Virtual Reality nutzen wollen. Laut Triad Semiconductor ist die Lighthouse-Erfassung hoch performant bei einem vergleichsweise geringen Preis.

Wer Fragen zur Software oder den Sensoren hat oder diese direkt beziehen möchte, kann sich direkt an den Hersteller werden. Die Sensoren kosten je nach Stückmenge zwischen 50 Cent und einem US-Dollar.

Ein etwas teureres Modell des Chips (TS3633-CM1) kostet rund sieben US-Dollar und hat bereits die notwendigen Fotodioden und Widerstände integriert. Damit eine Hardware von Lighthouse erfasst werden kann, braucht sie circa 20 bis 30 dieser Sensoren. Für Hersteller oder industrielle Kunden könnte das eine günstigere Alternative zu den Vive-Trackern sein.

Die Vive-Tracker sind in den USA ab sofort erhältlich. Pro Stück werden 99 US-Dollar zuzüglich Lieferkosten fällig. Ein Veröffentlichungstermin für Europa steht noch nicht fest.

| Featured Image: Triad Semiconductor

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