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HTC Vive: “Wir brauchen die großen Jungs” – HTC will Stärke zeigen

von Matthias Bastian15. Juni 2017

Im vergangenen Jahr präsentierte HTC die Vive-Brille erstmals auf der Spielemesse E3. Was hat sich seitdem getan?

Im Interview mit der Webseite Techcrunch gibt Vive-Manager Daniel O’Brien Einblicke in die Unternehmensstrategie. Das vergangene Jahr lief bei HTC unter der Überschrift “Kickoff-Jahr”: die Vive-Brille ging in den Verkauf, HTC sammelte Feedback von Nutzern ein, die Medien wurden aufs Thema aufmerksam.

Im zweiten Vive-Jahr dreht sich laut O’Brien alles ums Ökosystem. HTC bewegt sämtliche Hebel, die es greifen kann.

“Wir haben viele neue Partner, neue Inhalte”, sagt O’Brien. Dass HTC mit Bethesda einen bekannten Publisher samt der erfolgreichen Spielemarke “Fallout” für Virtual Reality begeistern konnte, ist für O’Brien ein wichtiger Schritt für die ganze Branche.

“Wir wollen Stärke zeigen und beweisen, dass die Industrie sich entwickelt und wächst”, sagt O’Brien. “Wir arbeiten uns von den frühen Käufern zu einer frühen Mehrheit vor, aber das wird dauern. Wir brauchen die großen Jungs, die sich beteiligen und die Industrie nach vorne bringen.”

HTCs VR-Strategie ist vielschichtig

HTC hat mit Valve, Google und Apple drei schwergewichtige Partner an Land gezogen, die der Vive-Marke in unterschiedlichen Bereichen Rückenwind verleihen. Hinzu kommt, dass die VR-Brille modular weiterentwickelt wird.

Neues Zubehör wie Drahtlosadapter, zusätzliche Trackingeinheiten, eine überarbeitete und komfortablere Kopfhalterung oder ein Eye-Tracking-Set sorgen dafür, dass Vive kurz- und mittelfristig die VR-Brille mit den meisten Einsatzmöglichkeiten bleibt.

Dahinter steckt eine Strategie: Laut O’Brien möchte HTC die Vive-Marke an möglichst viele Nutzertypen im Premiumbereich vermarkten.

“Wir wollen die Menschen für die verschiedenen Arten von Virtual-Reality-Erfahrungen begeistern”, sagt O’Brien.

Eigene Vive-Produkte für Spieler, Kreative, Normalnutzer und Unternehmen

Während am PC viel gezockt und gearbeitet wird, richtet sich die Apple-Kooperation an Kreative und Entwickler. Die leicht zu bedienende autarke Vive-Brille für Daydream, die HTC mit Google entwickelt, könnte vom Normalnutzer mit Techinteresse gekauft werden. Hinzu kommen spezielle Angebote für Unternehmen und Spielhallen.

HTC tritt außerdem als Software-Händler und Investor auf. Der Online-Store Viveport ist der einzige, der ein umfangreiches Abo im Netflix-Stil anbietet. Zwar wird es HTC schwer haben, dauerhaft gegen die Marktmacht von Facebook und Valves Steam-Plattform anzukommen. Aber zumindest hat das Unternehmen strategisch clever ein klares Alleinstellungsmerkmal entwickelt.

Mit dem Fördertopf Vive X investiert HTC rund 100 Millionen US-Dollar Risikokapital ins Virtual-Reality-Ökosystem. Die Investitionen sollen das Wachstum der Branche beschleunigen und durch Beteiligungsgeschäfte Geld in HTCs klamme Kassen spülen.

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