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HTC Vive: Wireless-Kit im zweiten Anlauf mit weltweitem Versand *Update*

von Matthias Bastian14. November 2016

Update vom 14. November 2016:

Der vergangene Freitag war ein wenig hektisch: Zuerst kündigte HTC an, dass man sich erfolgreich des Vive-Kabels entledigt habe. Und dann wird das Zusatzgerät noch am selben Tag zu einem stolzen Preis von über 200 US-Dollar verkauft. Geschickt inszenierter Hype, der fruchtete – angeblich dauerte es nur 18 Minuten und die 60 Ghz-Wifi-Adapter für HTC Vive waren vergriffen. Der Versand ist für das erste Quartal 2017 geplant.

Unter den Bestellern gab es sicher nur Kunden aus China, denn entgegen der vorherigen Ankündigung, dass der Versand global erfolgt, konnte man im Bestellformular ausschließlich eine chinesische Adresse hinterlegen. Bei Twitter stellt HTCs Präsident in China Alvin Graylin nun eine zweite Runde Vorbestellungen in Aussicht, die “globale Bestellungen einfacher machen sollten”. Ein definitives Versprechen klingt anders.

Fraglich ist indes, ob HTC den außergewöhnlichen Adapter überhaupt ohne vorherige Freigaben europäischer oder deutscher Sicherheitsbehörden hierzulande vertreiben darf. Immerhin trägt man den Turbo-Receiver direkt am Kopf.

Derweil kann man auf der Webseite des Herstellers Tpcast einige neue Bilder entdecken, unter anderem vom geplanten Akkupack, das in Zukunft ergänzend verkauft werden soll. An gleicher Stelle steht geschrieben, dass die Latenz der kabellosen Übertragung unterhalb von zwei Millisekunden liegen soll. Das wäre in der Tat außergewöhnlich flott und würde dem verkabelten Erlebnis kaum nachstehen.

Das Zubehör trägt die Bezeichnung “Vive ready” – ein Hinweis darauf, dass die Hardware nicht exklusiv für HTC Vive vorgesehen ist. Tpcast könnte durchaus eine Veröffentlichung für andere VR-Brillen planen, die Übertragung funktioniert ohnehin universell. Allein die Kopfhalterung des Receivers wurde für die Vive-Brille optimiert.

Rendering des Akkupacks, das genug Leistung für mehrere Stunden liefern soll. Bild: Tpcast

Rendering des Akkupacks, das genug Leistung für mehrere Stunden liefern soll. Bild: Tpcast

| Via: Road to VR

Update 2:

Der Wireless-Adapter ist bereits vergriffen. Ein Versand nach Deutschland wurde nicht angeboten.

Update:

Bei der Ankündigung in Shenzhen gab HTC auch eine Demo der neuen Wireless-Technologie. Laut ersten Nutzerberichten soll es keine spürbare Verzögerung oder gar eine deutlich sichtbare Kompression des Videostreams geben.

Allerdings müsse der 60 GHz-Transmitter für einen optimalen Empfang deutlich über Kopfhöhe platziert werden. Der Empfänger wird direkt am Band der VR-Brille am Hinterkopf angebracht und könne sogar dabei helfen, das Gewicht von HTC Vive besser auszubalancieren.

Die Reichweite soll bei circa fünf Metern und die Übertragungsgeschwindigkeit bei 3,5 GB pro Sekunde liegen. Die vielleicht interessanteste Nachricht: Die kabellose Übertragung wurde nicht speziell für HTC Vive entwickelt, sondern funktioniert universell. Gut möglich, dass sich auch Besitzer von Oculus Rift demnächst auf eine kabellose Variante der Facebook-Brille freuen dürfen.

Korrektur:

Die Vorbestellungen starten nicht morgen, sondern bereits heute ab 16 Uhr.

Ursprünglicher Artikel:

Immer wieder tauchten in den vergangenen Monaten Gerüchte zu einer kabellosen Version von HTC Vive auf. Jetzt macht es HTC offiziell.

Das Zusatzgerät für die kabellose Übertragung wird von Tpcast hergestellt, einem Unternehmen aus HTCs VR-Förderprogramm Vive X. Der Vertrieb erfolgt in limitierter Auflage vorerst nur über die chinesische Webseite von Vive. Das Gerät kostet umgerechnet rund 220 US-Dollar. Vorbestellungen werden ab 16 Uhr deutscher Zeit angenommen. Die Auslieferung erfolgt im ersten Quartal 2017.

Laut Vives China-Präsident Alvin W. Graylin gibt es keine regionalen Restriktionen bei der Bestellung – auch Interessenten aus Deutschland können demnach wohl ordern. Eine offizielle Veröffentlichung außerhalb von China ist derzeit aber nicht angedacht. Wer bei der Bestellung eine Seriennummer seiner Vive-Brille angibt, wird bevorzugt beliefert.

Das Add-on wird mit einer integrierten Batterie ausgeliefert, die rund anderthalb Stunden durchhalten soll. Eine stärkere Batterie, die der Nutzer in der Hosentasche trägt, soll eventuell zu einem späteren Zeitpunkt angeboten werden.

Laut Graylin steht noch nicht fest, ob die Drahtlostechnologie in zukünftige Versionen von HTC Vive verbaut wird. Es sei aber eine Option.

Noch unbekannt sind die exakten technischen Spezifikationen der drahtlosen Übertragung. Höchstwahrscheinlich müssen Nutzer einen Kompromiss bei der Bildqualität oder bei der Latenz hinnehmen, da enorme Datenmengen zwischen dem VR-System und dem Rechner ausgetauscht werden.

Auf der anderen Seite profitiert gerade die Room-Scale-Brille HTC Vive von dem Drahtlos-Feature. Bei Anwendungen, die schnelle Bewegungen erfordern, stört das Kabel, wickelt sich bei vielen Drehungen auf und ist eine potenzielle Stolperfalle.

Im Video unten demonstriert Graylin die kabellose Vive-Brille persönlich. Dabei handelt es sich interessanterweise nicht um die Lösung des bulgarischen Unternehmens QuarkVR, das Ende August ankündigte, dass im Herbst ein kabelloser Prototyp der Vive-Brille gemeinsam mit HTC präsentiert werden soll. Offenbar fördert HTC mit Vive X auch den Konkurrenzkampf.

| Source: Upload VR