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Hype VR: Begehbare Videos mit iPhone ARKit-Tracking

von Matthias Bastian1. September 2017

Das US-Startup Hype VR arbeitet an Verfahren, um räumliche Videos zu filmen. Apples ARKit und zukünftig Googles ARCore sorgen dafür, dass die auch ohne VR-Brille und aufwendiges Trackingsystem begehbar sind.

Im Unterschied zu normal gefilmten 2D- oder 3D-Videos enthalten die Produktionen von Hype VR zusätzliche Tiefeninformationen, die mit einem Laserradar parallel zur herkömmlichen Videoaufnahme gespeichert werden. Hype VR kooperiert unter anderem mit Intel und zeigte im vergangenen Januar auf der CES 2017 eine Demo eines begehbaren Videos.

In diesen sogenannten volumetrischen Videos kann der Zuschauer eine Szene nicht mehr nur vom vorgegebenen Standpunkt der Kamera betrachten, sondern die Perspektive in alle Richtungen und in die Tiefe des Raumes verschieben, ähnlich wie in einem gerenderten Videospiel.

Das Aufnahmeverfahren ist noch sehr aufwendig und selbst sehr kurze Videos veranschlagen schon mehrere Terabyte Speicher. Um die Datenmengen in Schach zu halten, entwickelt Hype VR parallel ein Streamingverfahren, das optimiert ist für die Kombination aus Bewegungs- und Videodaten.

ARKit macht Raumvideos mit dem iPhone begehbar

Klar ist, dass solche Raumvideos spezielle Abspielgeräte benötigen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Im Optimalfall ist das eine VR-Brille mit aufwendigem Trackingsystem, mit der man sich ganz natürlich durch die räumlich gefilmte Umgebung bewegen kann. Das schränkt jedoch die potenzielle Zielgruppe für die Videos ein, Highend-VR-Brillen sind nicht gerade Verkaufsschlager.

In einer neuen Demo zeigt Hype VR, wie ein Raumvideo mit dem im ARKit integrierten Trackingverfahren begangen werden kann. In der Vergangenheit war das nur mit Mobilgeräten möglich, die Googles Tango-System integriert hatten.

Googles neuer ARCore, der Tango ablöst, beherrscht dieselbe Bewegungserkennung wie das ARKit und wird zukünftig ebenfalls von Hype VR unterstützt.

Da das Rendering der Raumvideos zu anspruchsvoll für aktuelle Mobilprozessoren ist, funkt das Smartphone die Bewegungsinformation zuerst in die Cloud. Von dort streamt Hype VR die Videobilder passend zur Raumposition auf das Mobilgerät. Die Latenz soll ausreichend gering sein für ein gutes Smartphone-AR-Erlebnis.

| Source: Road to VR

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