Das Londoner Startup HyperSurfaces will mit Vibrationssensoren und Künstlicher Intelligenz Alltagsgegenstände in ein Interface mit Verständnis für die Umwelt verwandeln.

Ein Tipper auf die Raufasertapete und das Licht geht an – so oder so ähnlich stellt sich das Startup HyperSurfaces wohl den Lichtschalter der Zukunft vor. Mittels Vibrationssensoren und Objekterkennung durch Künstliche Intelligenz sollen einfache Alltagsgegenstände in eine verlässliche Fernsteuerung für alle möglichen Funktionen verwandelt werden.

Das Herzstück der Technologie ist laut HyperSurfaces (via Techcrunch) ein gezielt für bestimmte Objekte vortrainiertes neuronales Netz. Das Netz wird auf einem mit dem Vibrationssensor verbundenen Chip ausgeführt. Es läuft direkt auf dem Chip, eine Cloud-Verbindung ist nicht notwendig. Der Rechen- und Energieaufwand soll sehr gering sein, gleiches gelte für die Kosten pro Sensor. Die Rede ist von “ein paar US-Dollar”.

Laut HyperSurfaces-Gründer Bruno Zamborlin sei so ein Sensor-KI-Chip vor drei bis fünf Jahren nicht möglich gewesen. Er demonstriert die Technologie in eine Autotür verbaut, wo sie Berührungen an  verschiedenen Stellen der Armlehne, am Fenster oder am Türöffner verlässlich und schnell unterscheidet. Das neuronale Netz erweitert den Sensor um Objekterkennung: So bemerkt er zum Beispiel, wenn ein Magazin im Seitenfach abgelegt wird.

Laut Zamborlin zeigt die Autoindustrie Interesse an den KI-Sensoren, sie könnten womöglich neue Cockpit-Formen ermöglichen, wenn Designer keine Rücksicht mehr auf Knöpfe und Hebel nehmen müssen.

In einem anderen Beispiel steckt der KI-Sensor in einer Kleiderstange und erkennt, ob ein angehängter Kleiderbügel aus Holz oder Metall ist – und was am Bügel hängt.

Verbaut in einen Tisch, erkennen mehrere KI-Sensoren den Unterschied zwischen Papier- und Porzellantasse. Sie erfassen sogar, wie die Tasse über den Tisch bewegt wird.

Seit einem Jahr arbeiten Zamborlin und sein Team an der Technologie mit Fokus auf Echtzeitinteraktion zwischen Mensch und KI. Rund 1,1 Millionen US-Dollar steuerten Investoren zum Unternehmensstart bei (damals hieß das Startup noch Mogees). Ziel ist es, die “Welt der Daten” und die reale Welt besser miteinander zu vernetzen, als es mit Touchscreens, Knöpfen oder Keyboards möglich ist.


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