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Im Fight Club für Maschinen duellieren sich Künstliche Intelligenzen

von Matthias Bastian20. Juli 2017

Die erste Regel des Fight Clubs für Maschinen lautet: 01000100 01110101 00100000 01101011 01100001 01101110 01101110 01110011 01110100 00100000 01110010 01110101 01101000 01101001 01100111 00100000 01100100 01100001 01110010 11000011 10111100 01100010 01100101 01110010 00100000 01110011 01110000 01110010 01100101 01100011 01101000 01100101 01101110 00101110.

In den kommenden fünf Monaten verabreden sich Wissenschaftler und Entwickler beim Google-Service Kaggle und hetzen ihre Künstlichen Intelligenzen aufeinander. Die Cloud-Plattform richtet sich speziell an Daten- und Computerwissenschaftler, die ihre Algorithmen optimieren wollen.

Die KIs versuchen, sich gegenseitig auszutricksen und zu täuschen und entwickeln dafür eigenständig neue Strategien. Die Forscher beobachten den Kampf und wollen dabei besser erkennen, wie sie ihre Lernverfahren für zukünftige Cyber-Attacken und deren Verteidigung optimieren können.

Es gibt drei Wettbewerbe: Im ersten soll eine KI die andere so verwirren, dass sie anschließend nicht mehr richtig funktioniert. Im zweiten Sparring soll eine KI dazu gebracht werden, dass sie einen Zustand falsch klassifiziert. Im dritten Test geht es um die besten Abwehrmechanismen.

Unsichtbare Maschinenkämpfe könnten unseren Alltag stark beeinflussen

Das Ziel des Fight Clubs für Maschinen ist es, Schwachstellen in den Algorithmen fürs maschinelle Lernen ausfindig zu machen, die es Cyber-Kriminellen ermöglichen, die Lernsysteme zu manipulieren.

Laut Googles KI-Forscher Ian Goodfellow, der die Veranstaltung organisiert, ist die Erforschung solcher Konfliktsituationen besonders anspruchsvoll. Es sei schwer zu bewerten, ob eine Attacke besonders stark oder eine Verteidigung schwach ist.

Goodfellow arbeitet in Googles Brain Team, das sich auf die Erforschung künstlicher Intelligenz und maschineller Lernverfahren spezialisiert hat. Das pauschale Ziel der Gruppe lautet, das Leben der Menschen mit KI zu verbessern. Sind die Lernverfahren jedoch nicht sicher, wäre wohl das Gegenteil der Fall.

Goodfellow geht davon aus, dass das maschinelle Lernen für die Sicherheit von IT-Systemen zukünftig immer wichtiger wird. “Die Computersicherheit bewegt sich definitiv in Richtung des maschinellen Lernens”, sagt Goodfellow. “Die schlechten Jungs nutzen Maschinenlernen, um ihre Attacken zu automatisieren, und wir benutzen Maschinenlernen, um uns zu verteidigen.”

Die Ergebnisse der KI-Kämpfe werden im Laufe des Jahres auf einer KI-Konferenz präsentiert.

| Featured Image: Google | Via: MIT Technology Review

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