Das VR-Studio Owlchemy Labs programmierte mit “Job Simulator” einen der ersten Virtual-Reality-Klassiker, der noch dazu kommerziell erfolgreich ist. Dennoch ließ sich das 2010 gegründete Studio im Mai 2017 von Google aufkaufen. Gründer Alex Schwartz spricht über die Gründe und Googles langfristige VR-Vision.

Schwartz beansprucht für sich, die eher langsame Entwicklung des VR-Marktes richtig vorhergesehen zu haben – entgegen großspuriger PR-Ankündigungen und euphorischer Marktanalysen. VR sei eine langfristige Angelegenheit, so Schwartz in einem Interview. Die aktuelle Marktlage entspreche exakt seiner Vorstellung. Dass übertriebene Prognosen falsche Erwartungen geweckt hätten, sei nicht das Versagen der Industrie.

Im Mai 2017 ließ Schwartz sein Studio Owlchemy Labs von Google aufkaufen. Dabei hätten die Indie-Entwickler ob des kommerziellen Erfolgs von Job Simulator wohl problemlos weiter auf eigene Faust Spiele entwickeln können. Doch das Team zog die langfristige Sicherheit vor, die der Konzern verspricht.

Er sei zwar überzeugt davon, dass VR erfolgreich sein werde, so Schwartz. Aber wann das passiere, ob in einem Jahr, in zwei oder in drei Jahren, das wisse niemand. Das Google-Geld ermögliche es seinem Studio, maximal kreativ zu sein, ohne sich Sorgen über eine Pleite zu machen.

“Google unterstützt uns stark und ermöglicht uns eine langfristige Vision”, sagt Schwartz. “Wir wissen jetzt, dass Google langfristige Pläne für Virtual Reality hat.”

Google kauft ein VR-Spielestudio, dessen Spiele nicht mit Google-Brillen laufen

Owlchemy Labs ist Googles erstes Spielestudio überhaupt. Kurios: Keines der VR-Spiele von Owlchemy Labs – auch das kommende “Vacation Simlator” nicht – ist mit Googles VR-Ökosystem kompatibel.

Das Studio programmiert nur Anwendungen für VR-Systeme mit Raumtracking und virtuellen Händen, also vollwertigen 3D-Controllern. Entsprechend gibt es Owlchemy-Spiele vorerst nur für die Facebook-Brille Oculus Rift mit Oculus Touch, HTC Vive und Playstation VR.

Google wird das nicht weiter stören: Das Interesse des Internetkonzerns dürfte Owlchemy Labs’ Know-how im Bereich Interaktionsdesign für VR und AR gelten und nicht den Miniumsätzen, die derzeit mit VR-Apps möglich sind. Bei der Interaktion mit digitalen Objekten in virtuellen Welten sind Owlchemy Labs’ VR-Spiele besonders stark.

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