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Intel-CEO: Sport-Streaming in Virtual Reality könnte Milliardengeschäft werden

von Matthias Bastian6. Juni 2017

Intel möchte neben vielen anderen Unternehmen Standards setzen fürs Live-Streaming in die VR-Brille. Der Chiphersteller wittert großes Geschäft in allen Bereichen.

Auf der Code Conference in Kalifornien äußert sich Intel CEO Brian Krzanich zum Vermarktungspotenzial des VR-Streamings. Nach ihm sollen nicht nur ein Streaming angeboten, sondern eine komplett neue Wertschöpfungskette kreiert werden.

Krzanich nennt beispielhaft Werbung und Daten, die verkauft werden könnten. Neue Daten werden unter anderem bei VR-spezifischen Aufnahmeverfahren für Sportveranstaltungen generiert. Beispielsweise möchte Intel anhand des Bewegungsablaufs der Sportler Verletzungen mit einer Präzision von 80 Prozent prognostizieren können.

Weitere Daten zum Nutzerverhalten liefern VR-Brillenträger aufgrund des Kopf-, Augen- und Körpertrackings. “Es kann ein Multi-Milliarden-Business werden”, sagt Krzanich.

Mit der VR-Brille mitten auf dem Spielfeld stehen

Intel verwendet ein spezielles Aufnahmeverfahren, bei dem das Spielfeld im ersten Schritt von zahlreichen, sehr hochauflösenden Kameras gefilmt wird. Anschließend durchläuft das Videobild der Kameras einen Renderprozess in der Intel-Cloud und wird dort in eine Voxel-Szene konvertiert. Ein Voxel ist eine Art 3D-Pixel.

Das Ergebnis ist eine gefilmte Szene, die wie ein räumliches Video aus jedem Winkel betrachtet werden kann (siehe Video unten). Der Zuschauer soll laut Krzanich während eines Spiels in jedes beliebige Voxel einer Szene wechseln können. So könnte er jede Position auf dem Spielfeld einnehmen und das bei einem geringen zeitlichen Versatz.

“2019 kann man sich eine VR-Brille anziehen und ein Spiel von jedem Punkt auf dem Spielfeld ansehen, die Verzögerung liegt vielleicht bei zwei Sekunden”, sagt Krzanich.

Unter anderem kooperiert Intel in den USA mit der Golfliga PGA und der Major League Baseball. Während der Baseball-Saison 2017 wird wöchentlich ein Spiel im Live-Stream gezeigt und die Highlights werden aufgezeichnet. Dabei wird offenbar ein “einfacher” 3D-180-Grad-Stream ähnlich NextVR eingesetzt und nicht das neuartige Voxel-Verfahren. Der Zuschauer soll aus vier Perspektiven wählen können.

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