Auf der CES 2018 kündigte Intel ein neues Filmstudio an, in dem hochwertige volumetrische Streifen für die VR-Brille produziert werden sollen.

Das über 2000 Quadratmeter große Studio in Los Angeles beinhaltet einen knapp 1000 Quadratmeter großen Raum, der für die Aufnahme volumetrischer Videos optimiert ist. Intel verwendet ein spezielles Aufnahmeverfahren, bei dem der Drehbereich von bis zu 100 5K-Spezialkameras erfasst wird. Anschließend werden die Einzelbilder der Kameras zu einer 3D-Szene zusammengesetzt, die aus sogenannten Voxels besteht.

Ein Voxel enthält im Unterschied zum flachen 2D-Pixel dreidimensionale Bildinformationen. Das Ergebnis sind 360-Grad-Videos, bei denen der Nutzer den Kopf nicht nur drehen, sondern sich durch die Szene hindurchbewegen kann. Für die VR-Filmbranche wäre das ein großer Durchbruch.

Entsprechend arbeiten eine Reihe Tech-Unternehmen daran, diese sogenannten volumetrischen Videos zu produzieren – unter anderem bekannte Namen wie Facebook, Adobe, Microsoft oder Lytro. Sie experimentieren mit verschiedenen Aufnahmeverfahren, bislang konnte sich allerdings keine Methode als möglicher Standard empfehlen. Noch ist der Produktionsaufwand in allen Fällen sehr hoch, die generierten Datenmengen gigantisch – selbst sehr kurze Videos veranschlagen mehrere Terabyte Speicher – und die potenzielle Nutzerbasis ist überschaubar.

J.J. Abrams und Steven Spielberg sollen Raumfilme drehen

Schon auf der CES 2017 hängte Intel die Raumvideos hoch, zeigte auf der Pressekonferenz ein volumetrisch gefilmtes Video, damals noch in Kooperation mit dem Startup HypeVR. Im Anschluss passierte allerdings wenig und um das Thema wurde es recht still. Die Webseite von HypeVR wurde seit einem Jahr nicht mehr aktualisiert, nur im Herbst zum Start von Apples ARKit funkte das Unternehmen noch mal.

Für Intel ist das neue Virtual-Reality-Studio potenziell “eine der wenigen transformativen Innovationen der Filmgeschichte”. Unterstützt wird Intels Vorhaben unter anderem von Paramount Pictures, die Filmproduktion möchte namhafte Regisseure wie J.J. Abrams oder Steven Spielberg mit den Raumvideos vertraut machen.

Der Paramount-Futurist Ted Schilowitz, der schon bei der Intel-HypeVR-Kooperation im vergangenen Jahr involviert war (damals noch bei Fox angestellt), sieht die Kooperation als Experiment: “Wir sind das erste Studio, das herausfinden will, was möglich ist”, sagt Schilowitz der Webseite Techcrunch.

Volumetrische Videos sieht Schilowitz als nächsten logischen Schritt: “Wir können 3D-Umgebungen am Computer erstellen, das sind die hochwertigsten VR-Erfahrungen. Bei Videos haben wir noch keinen vergleichbaren Produktionsprozess.” An dieser Stelle könnte das neue Intel-Studio Abhilfe schaffen.

Ergänzung: Zwei Videos zeigen Szenen, wie sie einmal im neuen Studio gedreht werden sollen. Das Beispiel demonstriert, wie dieselbe Szene aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt werden kann, einmal aus der eines Zuschauers, der sich bewegt oder aus der des Pferdes. Die Demonstration auf der CES 2018 soll zwar “beeindruckend sein”, aber noch “zahlreiche Bildartefakte” zeigen.

Korrektur: Das Studio ist in Manhattan Beach, Los Angeles, nicht in Manhattan, New York.


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