Facebooks Führungsriege unterhielt sich anlässlich des jüngsten Quartalsberichts mit Investoren. Dabei kam auch Virtual und Augmented Reality zur Sprache. Die Äußerungen des Topmanagements zeigen: Facebook will im großen Stil in die neuen Computerplattformen investieren, auch wenn sie kurz- und mittelfristig keinen Gewinn abwerfen.

Bei der Konferenz beschrieb Mark Zuckerberg einmal mehr seine Vision der Virtual Reality als eines immersiven Kommunikationsmediums: “Schauen wir zehn Jahre in die Zukunft. Wir machen große Fortschritte bei Virtual Reality. Unser Ziel ist es, das Gefühl der Präsenz zu schaffen – so als wäre man mit seinen Nächsten zusammen, obwohl man sich auf der anderen Seite der Weltkugel befindet.”

Zuckerberg ergänzt, dass die autarke VR-Brille Oculus Go einen “guten Start” hingelegt hat. Aufgrund des tiefen Preises werde sie für viele Menschen der Einstieg in Virtual Reality. Konkrete Zahlen nennt Zuckerberg nicht, die etwas gedämpfte Ausdrucksweise legt jedoch nahe, dass Oculus Go noch nicht der erhoffte Verkaufsschlager ist. Analysten gehen von knapp 300.000 verkauften Einheiten seit dem Marktstart Anfang Mai 2018 aus.

Eine neue Computerplattform

Der zweite Quartalsbericht 2018 enttäuschte Investoren und ließ Facebooks Aktie um 20 Prozent einsacken. Der Grund: Facebooks Nutzerzahlen wachsen langsamer denn je, zudem werden die diesjährigen Investitionsausgaben voraussichtlich um 50 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Das Geld floss laut Finanzchef Dave Wehner in Produktentwicklung, Infrastruktur, Sicherheit, Marketing, Zukauf von Inhalten und AR/VR.

“Wir investieren weiter in Innovationen, von denen wir glauben, dass sie sich langfristig bezahlt machen. Ich möchte hier sowohl KI als auch unsere Investitionen in Augmented und Virtual Reality herausstreichen. KI wird sich früher bezahlt machen, während es bei AR und VR darum geht, die nächste Computerplattform zu bauen. Das wird mehr Zeit brauchen”, sagt Wehner und ergänzt, dass die hohen Investitionen “in nächster Zeit” die Gewinnspanne beeinträchtigen werden.

Facebook hält am Zehnjahresplan fest

Schenkt man diesen Worten Glauben, dann ist Facebook fest vom Potenzial dieser neuen Technologien überzeugt. So überzeugt, dass das Unternehmen mehr Geld zu investieren bereit ist, als zeitnah durch sie eingenommen wird. Dass sich Facebooks Finanzchef genötigt sieht, auf zukünftige Gewinneinbussen hinzuweisen, deutet die Größenordnung der geplanten Ausgaben an. Laut dem Finanzbericht erwirtschaftete Facebook im zweiten Quartal über 13 Milliarden US-Dollar.

Dass das Unternehmen keine Kosten scheut, ist bekannt: Facebook betreibt zurzeit ein eigenes VR-/AR-Labor und investierte allein 2018 88 Millionen US-Dollar in Oculus-Infrastruktur. Aktuell sind über 300 Stellen mit Mixed-Reality-Schwerpunkt ausgeschrieben, die meisten davon für hochspezialisierte Fachkräfte. Die sollen Mark Zuckerbergs Vision verwirklichen, eine Milliarde Menschen in die Virtual Reality zu bringen.

| Featured Image: Facebook / Oculus | Source: Facebook Investor Relations

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