“Arise” gehört zu den besseren ARKit-Spielen in Apples App Store. Dennoch zeigt es die grundsätzlichen Probleme aktueller Smartphone-AR auf.

Bei Arise verankert man eine schwebende Insel samt turmartigem Bau im Raum. Weil sie farbenfroh ist und voller Details steckt, lädt sie den Betrachter ein, sie von allen Seiten und aus der Nähe zu betrachten. Auf dem Touchscreen kann man die Insel mit den Fingern drehen und den Abstand vom Boden anpassen. Das Tracking funktioniert nicht perfekt: Die Insel zittert oder verliert ab und an ihre Position komplett.

Im Spiel muss man den kleinen, stahlhelmtragenden Helden des Spiels zur Spitze des Turms begleiten. Der Weg dorthin ist voller Hindernisse, denn an vielen Stellen ist der Pfad unterbrochen. Hier kommt das einfache wie geniale Spielprinzip zum Tragen: Der Spieler muss mit dem Smartphone oder Tablet eine Position finden, in der die Lücke im Pfad durch ein anderes Objekt perspektivisch geschlossen wird.

Gelingt das, läuft der Held von alleine weiter, bis er zum nächsten Hindernis kommt. Damit er ans Ziel gelangt, muss der Spieler sich fortwährend im Raum bewegen und nach der korrekten Perspektive suchen. Diese eigentlich clevere Mechanik wird nach einer Weile langweilig, da die Entwickler erst ab der dritten Insel zusätzliche Elemente integrieren.

Leider bietet das Spiel aktuell nur drei Inseln, die man in weniger als einer Stunde absolviert hat. Dadurch fühlt sich Arise eher wie eine Demo an, allerdings kostet die App auch nur 3,50 Euro. Die Entwickler versprechen, dass mehr Welten kostenlos hinzugefügt werden.

Besser in der Virtual Reality

Arise teilt eine Eigenschaft mit vielen VR-Apps: Das Spiel erfordert körperliche Aktivität. Spieler müssen sich mit dem mobilen Gerät in der Hand im Raum bewegen, sich hinunter- oder vorbeugen, nach oben und nach unten schauen. Dabei erwischt man sich immer wieder dabei, merkwürdige Posen einzunehmen, was sich nach ein paar Minuten körperlich bemerkbar macht.

Arise ist somit kein Spiel, das man unbedingt nach Feierabend spielen will. Störender ist es, dass man die Mischrealität nur auf einem Display sieht und wie durch ein Fenster auf die Insel schaut. Angesichts der hübschen, detaillierten Grafik des Spiels hätte ich mir am liebsten eine fortschrittliche AR-Brille herbeigezaubert.

Neben dieser technischen Einschränkung zeigt Arise eine weitere Schwäche aktueller Smartphone-AR: bei vielen Apps macht die Integration in die Realität wenig Sinn. ARKit kann die Inseln zwar in der physischen Welt verankern, eine andere Wechselwirkung zwischen realem und digitalen Inhalt gibt es jedoch nicht. So ist mein Zimmer nichts weiter als ein langweiliger Hintergrund für das Spiel.

Mit einer VR-Brille würde Arise im Vergleich deutlich dazugewinnen: Die Trackingprobleme wären gelöst und die Welt könnte noch detaillierter gestaltet sein.

Arise ist für iOS erhältlich und kostet 3,49 Euro.

| Featured Image: Climax Studios

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