In Japan wird demnächst eine Überwachungskamera der KI-Generation verkauft: Sie soll verdächtiges Verhalten möglicher Ladendiebe automatisch erkennen und beim Ladenbetreiber Alarm schlagen.

Digility 2018

Der “KI Wächter” wird wie eine herkömmliche Überwachungskamera im Laden installiert. Anstatt jedoch stillschweigend das Geschehen aufzuzeichnen und zu archivieren, wertet eine KI-Software die Kamerabilder in Echtzeit aus:

Sie erkennt vermeintlich verdächtige, im System vordefinierte Gesten der Ladenbesucher und aus einem Regal entwendete Objekte. Bei einem Verdachtsmoment schlägt die KI-Kamera beim Ladenbetreiber via Smartphone-App Alarm. Dieser kann sich dem potenziellen Dieb dann annehmen und die Lage klären.

Japanische Infografiken muss man einfach lieben. Auch dann, wenn man sie nicht versteht. Bild: NTT East

Japanische Infografiken muss man einfach lieben. Auch dann, wenn man sie nicht versteht. Bild: NTT East

Aus Fehlern tiefenlernen

Gegenüber der Webseite The Verge räumt der Hersteller NTT East ein, dass es mitunter zum Falschalarm kommen kann: Beispielsweise wenn ein Käufer ein Produkt aus dem Regal nimmt, betrachtet und wieder zurücklegt. Oder wenn die eigenen Mitarbeiter Regale auffüllen.

Sollte sich der Diebstahlverdacht als falsch erweisen, kann der Ladenbesitzer den Fehler verzeichnen – das KI-System soll daraus lernen.

Die Macher behaupten, dass die KI-Kamera Ladendiebstähle um bis zu 40 Prozent reduzieren kann. Die Zahl wurde allerdings nicht durch eine unabhängige Quelle verifiziert. Statistiken oder Studien, die die Erfolgsprognose belegen, wurden bislang nicht publiziert.

Das Besondere am KI-Wächter soll die einfache Handhabung sein: Aufhängen, App einrichten, fertig. Mit einem Preis von 2.150 US-Dollar zuzüglich einer monatlichen Gebühr über 40 US-Dollar für einen Cloud-KI-Service ist das Gerät außerdem bezahlbar. Ab Ende Juli soll es verkauft werden.

Der Hersteller will in den nächsten drei Jahren 10.000 dieser KI-Kameras in Läden installieren. Die Technologie ist primär für größere Unternehmen gedacht, soll aber auch für kleine Läden geeignet sein.

Das folgende Demovideo wurde anhand eines früheren Prototyps der Kamerasoftware von Ende 2016 erstellt.

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