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KFC trainiert Mitarbeiter in einem abgefahrenen Virtual-Reality-Albtraum

von Matthias Bastian24. August 2017

Langweilige VR-Trainingsanwendungen gibt es wie Sand am Meer. KFC wählt einen etwas ausgefalleneren Ansatz, bei dem die Unterhaltung im Vordergrund steht.

Die Mitarbeiter der Fast-Food-Kette werden von Colonel Sanders, dem 1980 verstorbenen KFC-Gründer, in einem Fluchtraum gefangen gehalten. “Bevor du nicht gelernt hast, wie du unser Hühnchen kochst, darfst du nicht gehen”, droht der digitale Sanders den Mitarbeitern.

Um aus dem Raum zu entkommen, muss der Spieler den fünfstufigen Kochprozess durchlaufen. Die Hähnchenschenkel werden zuerst untersucht und gewaschen, danach gekocht, getrocknet und anschließend frittiert.

Der virtuelle Trainingsprozess erinnert an einen Mix aus dem VR-Spiel Job Simulator und einer dystopischen Spielewelt wie man sie aus der Bioshock-Serie kennt. Satire kommt nicht zu kurz: An einer Stelle schickt Sanders einen Roboter, der dem Mitarbeiter den Arbeitsprozess vorführt, ihn aber laut Sanders nie selbst machen würde. “Mein Essen braucht Seele.”

Hat der Mitarbeiter den Kochprozess erfolgreich durchlaufen, darf er durch die vormals verschlossene Tür hinaus in die Freiheit treten – und landet direkt in der Umkleidekabine eines KFC-Restaurants.

Werbung oder Training oder beides

Laut dem Unternehmen verkürzt die VR-Erfahrung den Erklärprozess für die Zubereitung von 25 auf rund zehn Minuten. Ein weiterer Vorteil: In der virtuellen Realität müssen keine realen Produkte mehr verschwendet werden. Wahrscheinlich handelt es sich eher um eine geschickt inszenierte Werbekampagne als um ein ernstzunehmendes pädagogisches Konzept.

In der Pressemitteilung beteuert KFC allerdings das Gegenteil. Angeblich soll das VR-Training im Rahmen einer größer angelegten E-Learning-Kampagne tatsächlich an die Mitarbeiter ausgerollt werden.

| Featured Image: KFC (Screenshot bei YouTube)

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