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Khronos Gruppe startet neue Initiative für offene VR-Standards

von Matthias Bastian7. Dezember 2016

Die Khronos Gruppe ist ein Konsortium aus führenden Hard- und Softwareunternehmen wie Nvidia oder Microsoft. Auch Valve und Oculus VR haben Mitspracherecht. Der Verbund kritisiert die derzeitige Fragmentierung des VR-Marktes und ruft dazu auf, sich an einer Lösung zu beteiligen.

Das Ziel der neuen Initiative ist es, dass VR-Hard- und Software zukünftig kompatibel sind, ohne dass sie zuvor an Programmierschnittstellen angepasst werden müssen, die einzelnen Unternehmen gehören. Ein Beispiel für solche Schnittstellen sind Valves API Open VR – die entgegen der Namensgebung nicht Open Source ist – und die Entwicklungsumgebung von Oculus VR für Oculus Home.

Valve gibt an, dass man mit der VR-Standard-Gruppe von Khronos kooperiere und erwarte, dass im weiteren Verlauf der Entwicklung “signifikante Teile” der eigenen Entwicklungsumgebung durch die Khronos API ersetzt werden. Das sei “der nächste logische Schritt”.

Jede Anwendung läuft mit jeder Brille

Kernkomponenten des offenen Standards sind APIs für das Tracking der VR-Brillen, der Controller und anderer Objekte und um Geräte möglichst einfach in eine VR-Laufzeitumgebung zu integrieren. So sollen Anwendungen zukünftig mit jeder VR-Brille kompatibel sein und Verbrauchern die Entscheidung für ein System erleichtern. Die Khronos Group hofft, dass die Initiative das Wachstum des neuen Marktes beschleunigen kann.

“Da es immer mehr konkurrierende VR-Systeme gibt, braucht es für Entwickler eine stabile Zielplattform. Neue Hersteller von VR-Brillen haben dank dem Standard Zugriff auf viele Anwendungen und müssen Entwickler zuvor nicht davon überzeugen, diese Apps zu portieren”, heißt es in einer Mitteilung von Valve.

Auch Tim Sweeney von Epic Games kündigt Unterstützung an. Der neue VR-Standard soll vollständig in der Unreal Engine unterstützt werden. John Carmack, Technikchef bei Oculus VR, bezeichnet die Entwicklung des Standards als wichtigen Meilenstein für die Industrie, zu dem sein Unternehmen gerne einen Beitrag leiste.

In der Vergangenheit sprach sich Carmack bereits für die Entwicklung eines JPG-ähnlichen Dateiformats für 3D-Inhalte aus, damit die VR-Brille auch im Web besser unterstützt wird. Der erste Versuch ist das glTF, das die Größe von 3D-Szenen durch ein Kompressionsverfahren signifikant reduzieren kann. Das Dateiformat wurde von der Khronos Gruppe etabliert. Die Nutzung ist lizenzfrei.

Weitere Informationen und Stimmen aus der Industrie gibt es hier.

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