Google zeigt, wie Augmented Reality und Künstliche Intelligenz in Kombination Ärzten die Krebsdiagnose erleichtern können. Auch in anderen Disziplinen soll das Augmented-Reality-Mikroskop mit angeschlossener KI-Analyse Fortschritt begünstigen.

In den letzten rund zwei Jahren zeigten zahlreiche Forschungsprojekte, dass die dem Menschen überlegene Mustererkennung einer Künstlichen Intelligenz gut eingesetzt werden kann, um Krankheiten wie Krebs oder Herzleiden frühzeitig zu erkennen und Fehldiagnosen zu vermeiden.

Der medizinische Berater der britischen Regierung John Bell äußerte kürzlich, dass solche KI-gestützten Diagnoseverfahren potenziell eine Milliarde Pfund pro Jahr einsparen und so das Gesundheitssystem im eigenen Land deutlich entlasten könnten.

KI und AR in einem Mikroskop vereint

Google stellt jetzt ein neues Mikroskop vor, das eine Augmented-Reality-Visualisierung mit dem Bildanalysetalent einer Künstlichen Intelligenz vereint. Google nennt das Mikroskop kurz ARM – Augmented Reality Mikroskop. Pathologen sollen mit dem Gerät Krebszellen schneller analysieren und zuverlässiger diagnostizieren können.

Aufbau des ARMs. Bild: Google

Aufbau des ARMs. Bild: Google

Eine zusätzlich am Mikroskop angebrachte Kamera überträgt die Zellaufnahmen des Mikroskops an einen PC. Dort werden sie von einer Bildanalyse-KI auf Auffälligkeiten untersucht. Die Software analysiert laut Google zehn Einzelbilder pro Sekunde. Der Arzt kann das Deckglas wie gewohnt unter der Linse bewegen.

Via Augmented Reality zeigt die KI dem Pathologen direkt im Mikroskop an, welche Zellen analysiert wurden und ob diese gefährlich oder harmlos sind. Dafür werden die Konturen der Zellen entsprechend farblich markiert. Zusätzlich können Text, Pfeile, Animationen oder Heatmaps angezeigt werden, schreiben die Forscher.

Der Blick durchs AR-Mikroskop: Analysierte Zellen werden farblich umrandet. Bild: Google

Der Blick durchs AR-Mikroskop: Analysierte Zellen werden farblich umrandet. Bild: Google

Die Bildanalyse-KI wurde für die Erkennung von Brust- und Prostatakrebs trainiert. Sie könnte laut den Google-Forschern aber jede Art von Krebserkrankung diagnostizieren, sofern sie vorab mit entsprechenden Trainingsdaten versorgt würde. Diese werden durch Pathologen kontrolliert und freigegeben.

Laut Google dauerte es nach der ersten Idee rund ein Jahr, das AR-KI-Mikroskop zu konstruieren und vollständig in Betrieb zu nehmen. “Die Ärzte werden schneller und besser arbeiten, das kommt den Patienten zugute”, sagt der Pathologe Jason Hipp, der das Projekt als Berater begleitet.

Google geht davon aus, dass das Prinzip des AR-KI-Mikroskops in vielen wissenschaftlichen Disziplinen Nutzen stiften kann, auch außerhalb der Medizin, beispielsweise den Materialwissenschaften. Wann das Mikroskop auf den Markt kommt, geht aus der Ankündigung nicht hervor. Noch handelt es sich um ein Forschungsprojekt.

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