Für KI ist keine Nische zu eng: Entwickler aus Polen erhöhen mit Künstlicher Intelligenz die Sicherheit für Zugänge, die durch einen Iris-Scan geschützt sind.

Man meint, es sei nur eine Fantasie aus Hollywood: Ein Bösewicht reißt dem Wachmann das Auge aus dem Schädel, um damit die durch einen Iris-Scan geschützte Sicherheitstür zu öffnen oder sich Zugang zu geheimen Informationen zu verschaffen.

Polnische KI-Entwickler der Universität Warschau vermuten offenbar, dass dieses Szenario auch außerhalb von Actionfilmen eintreten könnte. Sie wollen das Sicherheitsrisiko mit Künstlicher Intelligenz ausmerzen (via Technology Review).

Dafür trainierten sie eine auf Bildanalyse spezialisierte KI mit Iris-Bildern von lebenden und verstorbenen Menschen. Ja, es gibt Iris-Bilder von Verstorbenen.

Sie müssen allerdings nachbearbeitet werden, da die Augen der Toten für gewöhnlich mit Klammern aufgehalten werden. Damit die Klammern die KI beim Training nicht irritieren, zoomten die Forscher die Aufnahmen auf die Iris ein (siehe Titelbild).

Wenige Daten reichen für hohe Präzision

Insgesamt verwendeten die Forscher 574 Infrarotaufnahmen von 17 verstorbenen Menschen, die zwischen fünf Stunden und 34 Tagen nach ihrem Tod aufgenommen wurden. Zusätzlich wurde die KI mit 256 Iris-Aufnahmen lebendiger Menschen trainiert. Alle Bilder wurden mit derselben Kamera und Aufnahmemethode gefertigt.

Laut der Entwickler kann die KI-gestützte Iris-Analyse den Unterschied zwischen der Iris eines lebendigen und eines verstorbenen Menschen in 99 Prozent der Fälle erkennen.

Es gibt jedoch einen Haken: Der Verstorbene muss für mindestens 16 Stunden tot sein. Ansonsten sind die visuellen Unterschiede zwischen den Iriden nicht eindeutig genug.

Bedeutet: Frisch gepflückte Augäpfel täuschen selbst einen KI-gestützten Iris-Scanner. Die Flucht von Simon Phoenix in “Demolition Man” wäre also im Künstliche-Intelligenz-Zeitalter noch immer möglich. Drehbuchautoren atmen auf.

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