Forscher aus Indien stellen in einer wissenschaftlichen Arbeit eine Suchmaschine vor, die anhand ausgewählter Kriterien Menschen in Videos entdecken kann.

Indische Forscher entwickeln eine KI-Suchmaschine, die Menschen in Videos anhand der Größe, der Farbe der Kleidung (Torso) und des Geschlechts unterscheiden kann.

Trainiert wurde das künstliche neuronale Netz (CNN) mit rund 8.500 dokumentierten Einzelbildern von 110 unterschiedlichen Personen, die mit Überwachungskameras aufgezeichnet wurden. Die Aufnahmen stammen aus Microsofts für Objekterkennung spezialisiertem Open-Source-Datensatz Coco (Common Objects in Context).

Über einen Suchbefehl kann die KI-Suchmaschine Überwachungsvideos sichten und unterstützt so beispielsweise bei der Suche nach einer vermissten oder gesuchten Person, von der die Größe, das Geschlecht oder die Farbe der Oberbekleidung bekannt ist. Die KI-Suche zeigt die Einzelbilder an, auf denen sich Personen befinden, die die Suchkriterien erfüllen.

Helfen könnte die KI-Suche insbesondere dann, wenn Videos unterschiedlicher Überwachungskameras an verschiedenen Standorten ausgewertet werden müssen, um den Bewegungsverlauf einer Person nachzuvollziehen.

Laut den Forschern beantwortet der Algorithmus bei anspruchsvollem Bildmaterial 28 von 41 Suchanfragen korrekt. Die Fehlerquote mag hoch erscheinen, dennoch dürfte die KI-gestützte Suche schneller sein als die manuelle Sichtung großer Mengen Überwachungsvideos.

Die Forscher wollen die KI-Suche weiterentwickeln und verlässlicher sowie genauer machen. Beispielsweise könnte sie zukünftig Accessoires berücksichtigen oder die Textur der Kleidung.

KI-Suche könnte menschliche Analysten ersetzen

Auf die Forschungsarbeit machte Jack Clark in seinem Newsletter “Import AI” aufmerksam. Clark ist Stratege und Kommunikationschef für die Non-Profit-Organisation OpenAI, die laut eigenen Angaben Künstliche Intelligenz entwickeln will, die der Menschheit hilft, anstatt sie zu gefährden.

Clark gibt seine persönliche Einschätzung zur Such-KI: Künstliche-Intelligenz-Systeme würden das Verhältnis einer Regierung zu ihren Bürgern durch neue Überwachungsmöglichkeiten “radikal verändern”.

Die Forschungsarbeit der indischen Wissenschaftler zeige, wie flexibel die Technologie sei und dass sie die Arbeit großer menschlicher Teams übernehmen könne.

“Wahrscheinlich beschweren sich bald die Geheimdienstmitarbeiter, dass Künstliche Intelligenz ihnen den Job klaut”, schreibt Clark.

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