Wenn die Forschergruppe rund um den Physiker Thomas Campbell Recht hat, dann braucht die Menschheit gar keine VR-Brille mehr. Sie trägt sie schon längst.

Campbell ist Anhänger der Simulationstheorie, nach der die Menschheit schon lange in einer Computerwelt lebt – ohne es zu wissen. Klingt nach Matrix, genau.

Aber der Denkansatz wird in der Wissenschaft, speziell in der Philosophie, durchaus seriös und fortlaufend diskutiert. Populäre Fürsprecher der Simulationstheorie sind beispielsweise der Oxford-Philosoph Nick Bostrom oder der Tech-Milliardär Elon Musk. Auch der bekannte Astrophysiker Neil deGrasse Tyson zieht in Betracht, dass die Simulationstheorie stimmen könnte.

In einer Kickstarter-Kampagne will Campbell jetzt gemeinsam mit weiteren Forschern das nötige Geld auftreiben, um Experimente durchzuführen, die aus der Simulationstheorie eine Gewissheit machen.

Rätselhafte Quantenobjekte

Grundlegend will Campbell den Welle-Teilchen-Dualismus mit Variationen des etablierten Doppelspaltenexperiments untersuchen und der Beschaffenheit von Quantenobjekten weiter auf die Spur gehen. Quantenobjekte weisen je nach Messverfahren unterschiedliche Eigenschaften auf. Wissenschafter haben bis heute keine Antwort darauf, weshalb das so ist.

Der 73-jährige Physiker vermutet hinter diesem Rätsel die Antwort auf die Frage, ob Menschen schon in einer Virtual Reality leben.

Den Versuchsaufbau seiner Experimente beschrieb Campbell in einer wissenschaftlichen Publikation, die im Sommer 2017 nach Sichtung durch unabhängige Gutachter im “International Journal of Quantum Foundations” veröffentlicht wurde.

“Wenn die Realität auf diese Experimente reagiert, wie es nur eine Simulation (Virtual Reality) könnte, und wenn es keine andere Hypothese gibt, die die experimentellen Ergebnisse erklären kann, dann ist die logische Schlussfolgerung, dass unsere Realität tatsächlich eine Simulation ist. ”

Hokuspokus oder seriöse Wissenschaft?

Nun stellt sich natürlich die Frage, weshalb es für so eine Untersuchung eine Kickstarter-Kampagne braucht und sie nicht im etablierten Wissenschaftsbetrieb stattfinden kann. Die Gruppe rund um Campbell gibt eine Antwort, die der Wissenschaft eingefahrene Denkmuster unterstellt.

In den wissenschaftlichen Einrichtungen existiere ein “enormer Widerstand gegen radikales Umdenken”, das “eine tiefgreifende Veränderung des derzeit akzeptierten Realitätsmodells nahelegt.”

Derzeit liegt die Kampagne bei knapp 79.000 Euro. Rund 130.000 Euro werden verlangt, damit die Gruppe an die Arbeit geht. Immerhin drei Unterstützer steuerten gleich 10.000 Euro bei.

Ein Großteil des Geldes soll in das notwendige Equipment für die Experimente investiert werden. Die Macher der Kampagne versprechen eine für jedermann verständliche Dokumentation ihrer Ergebnisse.


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