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The next iPhone: Wer baut die Top-Innovation für Virtual- und Augmented-Reality?

von Matthias Bastian30. April 2015
Langsam wird es Zeit: Wir verlassen die Phase der Prototypen und suchen #thenextiPhone für Virtual- und Augmented-Reality

Es war der 9. Januar 2007 als Steve Jobs das erste iPhone der Öffentlichkeit präsentierte. Revolutionär war damals vor allem die Benutzeroberfläche, die intuitiv und einfach über Berührung und Gesten der Finger bedient werden konnte. Niemand ahnte, dass dieses neue Produkt eine Lawine in Gang setzen würde, die uns weit mehr als nur Smartphones, also “klügere Handys”, bescherte. In weniger als einer Dekade verändern Smartphones gesellschaftliche und kulturelle Aspekte nachhaltig. Kommunikation, Organisation, Selbstwahrnehmung (Stichwort “Selfies”), Wissen und Information sind nur einige der Aspekte, die das allwissende und allzeit vernetze Zweithirn in der Hosentasche teilweise komplett auf den Kopf stellt. Rückblickend betrachtet war das eigentliche Highlight des ersten iPhones nicht der Touchscreen und die Gestensteuerung, sondern die nach und nach entstehende, vernetze Infrastruktur. Die simple und irgendwie magisch wirkende Bedienung des Apple-Verkaufsschlagers, die man am 9. Januar 2007 das erste mal bestaunen durfte, schaffte aber den Zugang, den Anstoß, den es brauchte, um die neue Technologie auf dem Markt zu etablieren.

Virtual- und Augmented-Reality-Technologien sind noch in der Prä-iPhone-Ära

Aktuell sprießen die Hersteller und Wettbewerber aus dem Boden, die sich um Marktanteile bei der neuen virtuellen Realität kappeln wollen. Projekt reiht sich an Projekt, große Namen investieren kräftig. Sony gegen HTC und Samsung, Facebook gegen Google, Virtual gegen Augmented Reality und dann spricht Microsoft noch von “holographischen Computern” und zeigt beeindruckende Demos. Wer die Präsentation der Redmonder auf der Build2015 gesehen hat, weiß, dass aktuell wohl Microsoft am nächsten dran ist “The Next iPhone” zu bauen, auch wenn die Technologie noch deutliche Kinderkrankheiten hat. HoloLens sieht so aus als hätte es das Potenzial dazu, Menschen ähnlich in den Bann zu ziehen wie es damals Jobs mit dem iPhone geschafft hat. Allerdings widmet sich auch Apple dem Thema Virtual Reality. Ein erstes Patent zeigt eine VR-Brille, die als Smartphone-Halterung für das iPhone dient, ähnlich Samsung Gear-VR.

Wer sich näher mit den zahlreichen neuen Technologien beschäftigt, weiß, dass es diesmal ernst wird. Klar, Virtual Reality ist ein Buzzword, das schon seit Jahrzehnten immer wieder kommt und geht und das sich bislang nicht etablieren konnte. Allerdings war die notwendige Technologie, um überzeugende virtuelle Welten, Hologramme oder digitale Erweiterungen unserer Realität zu bauen, in der Vergangenheit nicht ansatzweise vorhanden. Schon gar nicht für einen massenmarkttauglichen Preis. Innovationen mussten erst in anderen Bereichen stattfinden, um den Weg für Virtual- und Augmented-Reality zu ebnen. Beispielsweise sorgte die Entwicklung der Smartphones in den letzten Jahren dafür, dass die Hersteller von VR-Brillen nun in großen Stückzahlen kleine, hochauflösende Displays zu einem guten Preis produzieren können, die notwendig für ein überzeugendes VR-Erlebnis sind. Auch die Masse an Technologie, die in der komplett kabellosen HoloLens steckt, hätte Microsoft vor wenigen Jahren nicht in eine so kleine, relativ leichte und gut tragbare Brille bauen können. Die Miniaturisierung von Technologie für Smartphones war einer von vielen Wegbereitern für die Virtual- und Augmented-Reality-Revolution, die uns in den nächsten Jahren erwartet.

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Welche Technologie setzt sich durch?

Das schöne und spannende an der aktuellen Situation ist, dass niemand so genau weiß, wo die Reise hingeht. Hersteller arbeiten zum Teil an ganz unterschiedlichen technologischen Lösungen, die in vielen verschiedenen Einsatzbereichen Sinn machen können. Microsoft hat bei der Präsentation von HoloLens interessante Office- und Lernanwendungen gezeigt, die “klassische” Virtual Reality mit VR-Brillen wie Oculus Rift ist noch sehr Gaming- und Entertainment geprägt. Obwohl Google Glass vorerst wieder vom Markt verschwunden ist, wird weiter an Brillen und Wearables gearbeitet, die durch digitale Einblendungen in die reale Welt unseren Alltag erleichtern sollen. Vor kurzem hat BMW eine entsprechende Brille für MINIs vorgestellt, die Autofahren sicherer machen soll. Die meisten dieser neuen Technologien konkurrieren nicht miteinander sondern ergänzen sich. Aber: Sie passieren gerade alle gleichzeitig. Was der Markt für virtuelle Realität nun braucht ist ein Anwendungsbeispiel, das eine große Zahl an Menschen begeistert und in den Bann zieht. Eben genau so ein Ereignis wie das aus dem Januar 2007.

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Das Zauberwort: Mixed Reality

Aktuell sieht es danach aus, dass es in den nächsten Jahren wohl auf eine Koexistenz verschiedener neuer Technologien hinausläuft. Viele davon stecken noch in den Kinderschuhen, beispielsweise die Umsetzung von Bewegungen bei Virtual Reality, wenn es um mehr als nur Kopfbewegungen geht. Erste Prognosen behaupten, dass der Markt für Augmented-Reality-Anwendungen deutlich schneller wachsen wird als für Virtual Reality. Viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass mit fortschreitendem Reifegrad der Produkte und der Technik die Grenze zwischen den verschiedenen Varianten  virtueller Realität immer weiter verschwimmt. Mixed Reality nennt sich der Ansatz, der ein komplettes ineinanderfließen von verschiedenen virtuellen Technologien und unserer Realität vorsieht. Und wer weiß, vielleicht ermöglicht die HoloLens 5s schon den fliegenden Wechsel zwischen virtueller Realität, dem Holodeck und sinnvollen digitalen Helfern im Alltag – und wird direkt als Chip ins Hirn implantiert. Nein, nur Spaß. Oder doch nicht? 😉