0

Konkurrenz für Oculus Rift von Asus und Gigabyte?

von Carolin Albrand25. Dezember 2015

Offenbar planen die beiden taiwanesischen Hardwarehersteller Asus und Gigabyte den Einstieg in den VR-Markt. Das berichtet das Online-Magazin Digitimes aus Taiwan und beruft sich dabei auf Quellen aus Kreisen der Zulieferer.

Laut Digitimes sollen die beiden nicht näher spezifizierte VR-Endgeräte noch im ersten Halbjahr 2016 erscheinen. Sollte es sich dabei tatsächlich um VR-Brillen im Stile von Oculus Rift und Co. handeln, ist ein zeitnaher Release auch dringend notwendig – sonst könnte man der übermächtigen Konkurrenz von Facebook, Sony oder HTC den Markt auch gleich kampflos überlassen.

Denkbar ist, dass die beiden taiwanesischen Herstellern versuchen, einen Niedrigpreissektor für VR-Brillen aufzubauen, auch um die Nachfrage nach leistungsfähigen Laptops anzukurbeln. Speziell ASUS plant wohl, die VR-Brille in Kombination mit Gaming-Notebooks zu promoten. Die Quelle der Digitimes berichtet: “Da die Nachfrage für Notebooks auch in 2016 gering bleiben wird, suchen Hersteller und Zulieferer nach neuen Business-Chancen und hoffen, dass VR eine Neuausrichtung für die Hardware-Entwicklung für Gaming-Notebooks sein könnte. Damit VR-Apps auf Notebooks laufen, müssen diese mit High-End-Grafikkarten ausgestattet werden.”

Gigabyte soll außerdem in Verhandlungen mit dem chinesischen Oculus-Gegenstück 3Glasses sein. 3Glasses hat bereits die zweite Version einer VR-Brille entwickelt. Die 3Glasses D2 soll eine 2K-Auflösung, eine Latenz unter 13 Millisekunden und ein Sichtfeld von 110 Grad haben – wenn man den Daten auf der Webseite des Herstellers glauben mag. Gut möglich, dass 3Glasses auf der Suche nach einem Unternehmen mit Know-how in der Produktion von Hardware ist. Allerdings kommen beim Betrachten des folgenden Videos eher Zweifel daran auf, ob das Produkt die versprochene Qualität tatsächlich halten kann.

Ob eine Preisoffensive aus Taiwan dem Produkt Virtual Reality als solches gut tun würde, darf angezweifelt werden: Wenn die VR-Erfahrungen nicht auf einem technisch hohen Niveau umgesetzt werden, hat man nur eingeschränkt Spaß daran. Das zeigen unter anderem viele mittelmäßige Cardboard-Demos. Eine zu hohe Fragmentierung in einem noch sehr jungen Markt könnte außerdem Kunden mit wenig Know-how irritieren und abschrecken. Mit Cardboard, Gear VR, Playstation VR, HTC Vive, Oculus Rift und der Open-Source-Brille Razer OSVR werden Mitte 2016 bereits fünf VR-Brillen für drei unterschiedliche Plattformen verfügbar sein.

Offen ist auch die Frage, mit welcher Software die möglichen VR-Brillen aus Taiwan überhaupt kompatibel sein könnten. Schon jetzt gibt es Diskussionen ob der zahlreichen exklusiven Titel, die nur mit einer der verschiedenen VR-Brillen kompatibel sein sollen. 3Glasses bietet für die eigene VR-Brille Spiele und Videos aus eigener Produktion an.

Asus plant bereits die Produktion einer Hololens-Variante

Vor einigen Wochen gab Microsoft bekannt, dass man mit Asus in Gesprächen sei; die Taiwaner wollen offenbar eine eigene Hololens-Hardware produzieren. Details zu den Plänen sind noch nicht bekannt. Neben der Hololens-Variante arbeitet Asus außerdem an einem Service-Roboter, der noch im kommenden Jahr erscheinen soll. Da der weltweit immerhin sechstgrößte PC-Hersteller neuen Technologien offenbar aufgeschlossen gegenüber steht, ist es gut möglich, dass für die nahe Zukunft auch Virtual-Reality-Endgeräte auf dem Plan stehen.

| SOURCE: DIGITIMES
| FEATURED IMAGE: 3Glasses (Screenshot bei YouTube)