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Kreation in Virtual Reality mit Modbox

von Matthias Bastian12. Dezember 2015

Neben dem reinen Konsum von und in immersiven Welten ist Kreation im virtuellen Raum einer der interessantesten Aspekte von Virtual Reality. Das VR-Spiel Modbox verspricht, diese beiden Aspekte auf unterhaltsame Art miteinander zu verknüpfen.

Man nehme einen leeren, virtuellen Raum und fülle ihn mit allerlei Inhalten – alles, was einigermaßen Unterhaltungswert haben könnte: Schwerter, Bälle, Katapulte – egal. Man füge hinzu: Werkzeuge, um die Inhalte zu bearbeiten und zu kombinieren, und ganz wichtig: andere Menschen. Und fertig ist eine VR-App, die nicht nur unterhält, sondern auch die eigene Kreativität herausfordert. So einfach ist das Konzept hinter der ‘Modbox’, einem VR-Spiel für HTC Vive, das von Alientrap VR entwickelt wird. Die Inspiration für ‘Modbox’ zog Alientrap-Chef Lee Vermeulen anfänglich in erster Linie aus der neuen Technologie – die Bewegungscontroller von HTC Vive funktionierten nach seinen ersten Tests so präzise, dass er einfach nur ausprobieren wollte, was er damit alles in Virtual Reality simulieren und anstellen könnte. Ganz einfache Sachen: Ein Schwert oder einen Morgenstern schwingen, einen Bogen schießen, ein Objekt durch die Gegend werfen. Nach und nach kamen zu den anfänglich einfachen, einzelnen Objekten immer mehr komplexe Elemente dazu, beispielsweise Verbindungsstücke, um mehrere Objekte miteinander zu kombinieren.

In der Vergangenheit war es eine Qual, einzelne Elemente mit Maus und Keyboard am Bildschirm zu positionieren, wenn man keine professionellen Programme einsetzen konnte. Mit Modbox ist es ganz einfach, man kann Objekte wie im echten Leben positionieren und miteinander kombinieren. Lee Vermeulen via KILL SCREEN

Das Resultat: Ein riesiger, physikalisch korrekt berechneter, virtueller Spielplatz, auf dem man sich dank Vives Tracking-System Lighthouse in einem rund 20m² großen Radius völlig frei bewegen kann. Vermeulen bezeichnet Modbox auch als “Spiel, mit dem man Spiele machen kann” – denn die Spieler starten gemeinsam in einem leeren, virtuellen Raum und müssen ihre Kreativität und Vorstellungskraft einsetzen, um sich zu unterhalten und die Umgebung zu gestalten. Die Entwicklung für Modbox startete erst im Oktober 2015, bis zum Release von HTC Vive im April 2016 soll die Software schon fertig sein. Auch die Integration von Nutzer generierten Inhalten ist vorgesehen, so dass Modbox über Monate und Jahre hinweg wachsen könnte. Das folgende Video zeigt einen Ausschnitt der Möglichkeiten von Modbox.

VR-Apps für Design und Grafik: Kreation statt Konsum

Ein anderes Beispiel für Kreation in VR ist eine App für 3D-Skulpturen, die auf eine Art virtuelle Knetmasse setzt. Auch der ehemalige Disney-Chefdesigner (u.a. Arielle) spricht über Design und Kunst im virtuellen Raum und sagt: “Papier ist keine Grenze mehr.” Benutzt hat er Googles VR-Grafiksoftware “Tilt Brush”, die im kommenden Jahr für HTC Vive verfügbar sein wird. Oculus VR bietet mit ‘Medium‘ eine vergleichbare Software an, die ebenfalls für Grafikdesigner oder virtuelle Künstler ausgebaut werden soll.

Es ist so hell und bunt in Tilt Brush. Da drin ist es wie in der Matrix. Du kommst echt nicht gerne zurück. Chandana Ekanayaka, UBER Entertainment

Unter anderem starteten HTC, VALVE und NVIDIA gemeinsam einen Design-Wettbewerb, um zu testen, wie gut Designer mit der neuen VR-Software arbeiten können. Die zum Teil beeindruckenden Ergebnisse gibt es hier. Aber auch ganz pragmatisch im Produktdesign kommt VR bereits zum Einsatz – der Autobauer Ford entwirft Konzepte für neue Autos zuerst in einer virtuellen Umgebung.

GIF

| VIA: Kill Screen
| FEATURED IMAGE: Alientrap