Bei Künstlicher Intelligenz will China bis 2030 die weltweite Vorreiterrolle einnehmen – und investiert entsprechend. Für zwei Milliarden Euro wird ein neuer Standort für Forschung und Entwicklung in der Hauptstadt errichtet.

Im Westen Pekings entsteht laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua (via CNBC) in den nächsten fünf Jahren ein Industriepark für Künstliche Intelligenz. Bis zu 400 Unternehmen sollen sich dort ansiedeln, die sich mit KI-Themen wie Deep Learning, Big Data, Biometrie und Cloud Computing befassen.

Der Park soll flächendeckend schnelle 5G-Netzwerke anbieten und über einen Supercomputer verfügen. Mit der Unterstützung von Universitäten und Unternehmen aus dem In- und Ausland soll weiter Chinas führendes KI-Labor entstehen.

Die Regierung investiert rund zwei Milliarden Euro (13,8 Billionen Yuan) in den Aufbau der neuen Infrastruktur. Gehen die Pläne der chinesischen Regierung in Erfüllung, dann ist die eigene KI-Industrie bis 2030 circa 130 Milliarden Euro wert (1 Trillion Yuan). Bis 2025 soll in der KI-Forschung ein “großer Durchbruch” erzielt werden.

Computer aufbauen ist einfacher als Talente einstellen

Mitunter wird China beim KI-Wettrennen gegenüber den USA und Europa langfristig im Vorteil gesehen, da das Land potenziell mehr Zugriff auf Fachpersonal haben könnte. Denn fehlendes Talent könnte der größte Stolperstein bei der Fortentwicklung der klugen Software sein.

Tech-Konzerne in den USA zahlen laut eines Berichts der New York Times selbst Berufseinsteigern mit KI-Hintergrund ein üppiges Jahresgehalt von bis zu 500.000 US-Dollar und mehr. Auch aus diesem Grund dürfte Google im Dezember einen neuen KI-Forschungsstandort in Peking angekündigt haben – obwohl der Zugang zu wichtigen Google-Services wie der Suchmaschine von der chinesischen Regierung blockiert wird.

Anders als Chinas Regierung plant Google allerdings keinen ganzen Industriepark, sondern den Einsatz eines kleinen Teams, das sich auf KI-Grundlagenforschung für Publikationen und akademische Konferenzen sowie auf den Wissensaustausch konzentrieren soll.


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