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Künstliche Intelligenz generiert glaubwürdige Fake-Pornos von Promis

von Matthias Bastian12. Dezember 2017

Ein Reddit-Nutzer erstellt mit einem frei verfügbaren Künstliche-Intelligenz-System Fake-Pornos, in denen die Gesichter bekannter Frauen jene der realen Darstellerinnen überlagern.

Der Reddit-Nutzer Deepfakes hat ein besonders Hobby: Er tauscht Identitäten in Pornos aus. Das führt dazu, dass unter anderem die Wonder-Woman-Darstellerin Gal Gadot plötzlich in einem Hardcore-Porno mitspielt. Zumindest könnte man das meinen, denn ihr Gesicht ist auf das der eigentlichen Darstellerin gelegt. Gadots Körper bleibt vorerst ihrer.

Das Besondere an Deepfakes Porno-Fake ist nicht die Qualität der Produktion, denn bei genauerem Hinschauen kann man die Fälschung schnell entlarven – sie täuscht nur (oder immerhin) auf den ersten Blick. Das Besondere ist, dass der Reddit-Nutzer eine derartige Qualität laut eigenen Angaben mit sehr einfachen Mitteln erzielen konnte.

Mit kostenlosen Werkzeugen zum glaubhaften Fake-Porno

Die Grundlage bildete Googles Open-Source-KI-Software Tensor Flow, ein sich selbst trainierendes KI-Netzwerk, das gut für die Berechnung von Fake-Videos und -Bildern eingesetzt werden kann. Eine Generator-KI erstellt ein unechtes Bild, die Diskriminator-KI prüft dessen Authentizität. Erkennt die Diskriminator-KI den Fake, versucht die Generator-KI basierend auf dem Feedback eine verbesserte Täuschung – bis diese erfolgreich gelingt.

Dieser Prozess führt zu immer glaubhafteren Ergebnissen, die mitunter sehr realistisch wirken können. Das zeigten zuletzt Fake-Videos und Fake-Fotos des Chip-Herstellers Nvidia, die nach dem gleichen KI-Prinzip generiert wurden.

Für das Training des KI-Systems nutzte Deepfakes frei verfügbare Daten: Videos bei Youtube, Fotografien aus Stock-Datenbanken, die Bildersuche bei Google und Pornovideos. Aus diesen Daten setzte das entsprechend konfigurierte KI-System die gefälschten Promi-Pornos zusammen. Die dafür notwendigen Berechnungen kann eine schnelle Spiele-Grafikkarte innerhalb weniger Stunden stemmen.

Die Einstiegshürde sinkt

Deepfakes Beispiel zeigt: Obwohl die KI-Entwicklung noch relativ am Anfang steht, braucht es keine teuren Spezialrechner, ausgeprägtes Expertenwissen oder spezielle Zugänge, um halbwegs glaubwürdig gefälschte Videos zu erstellen.

Der Produzent der Fake-Pornos möchte anonym bleiben: Er sei “kein professioneller Forscher”, sagt er gegenüber der Webseite The Verge, sondern einfach nur ein Programmierer, der sich für maschinelle Lernverfahren interessiere. “Jede Technologie kann missbraucht werden und es ist möglich, das zu stoppen”, sagt Deepfakes.

Seine Arbeit bezeichnet er als “nicht besonders interessant”. Er habe nur einen cleveren Weg gefunden, Gesichter auszutauschen. Bei Reddit prahlt er hingegen: “Ich habe einige der fortschrittlichsten Promi-Fake-Pornos generiert.”

| Featured Image: Screenshot bei Reddit

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