Wenn KI-Entwickler die künstlichen Gehirne auf kreative Aufgaben ansetzen, sind die Ergebnisse eher belustigend als inspirierend.

Künstliche Intelligenz spielt Go und Schach auf übermenschlichem Niveau, aber in die Komplexität menschlicher Kreation vermag sie noch nicht sinnhaft vorzudringen. Wenn sie es dennoch versucht, schwanken die Ergebnisse meist zwischen befremdlich und belustigend.

Die KI-Entwicklerin Janelle Shane nutzt diesen Effekt für humoristische Zwecke: Sie füttert regelmäßig künstliche neuronale Netze mit exotischen Datensätzen menschlichen Ursprungs – zum Beispiel mit Namen von Fischen, Vögeln, Star-Wars-Charakteren oder Pokémon – und lässt die Maschine anschließend eigenständig Regeln entwickeln, anhand derer sie diese Daten imitiert und erweitert. Die Ergebnisse dokumentiert sie in ihrem Blog “AI Weirdness”.

Rudolph, run, run Rudolf the new born King

In einem neuen Experiment übergab Shane dem KI-System 240 moderne und traditionelle Weihnachtsgedichte. Die KI startet mit zufällig ausgewählten Regeln für die Wortgenerierung. Das führt erst mal zu Kauderwelsch:

a a a na snn aca naa i s a i aa a a n a uugna nn na i a uaa a a i a a a a a sna aagt o aa

Dann beginnt der eigentliche Lernprozess: Das neuronale Netz vergleicht das erste Ergebnis mit den Inhalten im vorgegebenen Datensatz und passt die eigenen Regeln an. Zum Beispiel lernt es, am Satzanfang groß zu schreiben oder häufiger Satzumbrüche zu setzen, wie es bei Liedtexten üblich ist.

Hart fon the be the he br wong on the stor Christmas br he, or the wang
Christ, Christ, on bn a me the stord
Hont on thr st bong the wor
I he a s de poog the stow tome on be ser snur

Auch Wörter lernt das System, die häufigsten zuerst, und erfindet neue, die im Kontext der Originaldaten passen sollen. Laut Shane fügte die KI Wörter wie “Curry” und “Dingle” hinzu, die im originalen Datensatz nicht vorkämen. Mit diesem Lernprozess verbessert sich das KI-System eigenständig und die Liedtexte werden mit jeder neuen Runde etwas glaubhafter.

Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad: Das KI-System ist zwar sehr gut darin, Vokabeln, die Formatierung und Tonalität der vorgegebenen Verse zu adaptieren. Es scheitert aber daran, Sinn zu erkennen und wiederzugeben. Dadurch entstehen dann kuriose Verse, die stilistisch zwar an ein Weihnachtslied erinnern, inhaltlich aber völlig sinnfrei sind.

Run, run Rudolph, run, run Rudolph, run, run Rudolph, run, run Rudolph, run, run Rudolph, run, run Rudolph, run, run Rudolph, run, run Rudolf the new born King.

The story of the chimney see
Santa baby, and blood and joyous so world and joy and good will to see
Santa baby bore sweet Jesus Christ
Fa la la la la la la, la la la la la la la la.

Laut Shane hat das neuronale Netz die Eigenschaft, bestimmte Worte “scheinbar grundlos” besonders häufig zu verwenden – auch dann, wenn diese in den originalen Daten kaum vorkommen. Beim Weihnachtslied-Experiment begeisterte sich die Künstliche Intelligenz für den “Sandman”, der in den 240 vorgegebenen Liedtexten nur einmal erwähnt wird.

The sandman so be joyful now it was born today!
Gloria in excelsis Deo.

The sandman bright before Him.
The holly bears a berry bears
And star in the snow is born today!

The sandman so love to seek the world

The sandman so love so deep and sing and the sun


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