0

Kunst in 3D erleben – “The Museum of Throughview” ausprobiert

von Tomislav Bezmalinovic7. September 2017

Das Museum of Throughview ist kein herkömmliches Museum, denn es zeigt Gemälde und Fotografien längstvergangener Zeiten mit einem verblüffenden 3D-Tiefeneffekt.

Das virtuelle Museum erstreckt sich auf zwei Stockwerke und zeigt Gemälde aus verschiedensten Epochen und Stilrichtungen. Daneben sind Schwarzweissfotografien aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Die Ausstellung hört auf den Namen “Streets of New York “und zeigt in berührenden Momentaufnahmen die bittere Armut der damaligen Stadtbevölkerung. Im Keller findet man zudem eine bunte Zusammenstellung teils nachkolorierter Fotografien.

Um den 3D-Effekt zu erzielen, hat der Entwickler Erwin Wolf die Originalbilder zu rudimentären 3D-Modellen extrapoliert (siehe unten). Danach hat er Menschen und Objekte mit einem Bildbearbeitungsprogramm ausgeschnitten und wie 2D-Pappfiguren in das Modell gesetzt.

MoT1

Das Gemälde in der virtuellen Ausstellung. Der 3D-Effekt ist nur mit der VR-Brille erkennbar. BILD: VRODO

Das Ergebnis ist eine Art Diorama. Die sind vielen Bildern beigesellt und werden auf Sockeln ausgestellt, sodass Besucher des Museums direkt nachvollziehen können, wie der Tiefeneffekt zustande kommt. Da die Dioramen dreidimensional sind, kann Wolf die Bilder nachträglich um Stereoskopie erweitern. Das sorgt für einen zusätzlichen 3D-Effekt.

MoT2

Das aus dem obigen Gemälde extrapolierte Diorama. BILD: VRODO

Der 3D-Effekt der Bilder ist nicht mit der Dreidimensionalität zu vergleichen, die man von der Virtual Reality kennt. Anders als beim Nachtcafé und Art Plunge taucht man nicht vollends in das Gemälde ein. Die Tiefenwahrnehmung erinnert eher an den räumlichen Effekt von 3D-Fernsehern: Das Bild führt in die Leinwand hinein oder ragt aus dem Gemälde zum Betrachter hin. Auch kann man sich nicht um die Figuren bewegen, da diese zweidimensional sind.

Für einige Bilder muss man sich die ideale Perspektive finden, damit der 3D-Effekt voll zur Geltung kommt. Bei anderen irritiert er die Wahrnehmung so stark, dass man Blick abwenden möchte. Zum Glück tritt dieses Problem aber nur bei sehr wenigen Bildern auf.

Wer sich für Kunst begeistert und eine HTC Vive besitzt, kann The Museum of Throughview bei Steam für 9,99 Euro erwerben. Mehr Informationen findet man auf der offiziellen Internseite.

| Featured Image: Erwin Wolf

Empfohlene Artikel: