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Kurios: Arsenals Fußballspieler litten nach VR-Training unter Übelkeit

von Matthias Bastian4. November 2017

Den Profis vom Fußballverein Arsenal London wurde unter der VR-Brille schlecht, jetzt müssen die Jugendspieler ran. Sie sollen durch Virtual-Reality-Training schneller fit werden für die erste Mannschaft.

Laut dem Bericht einer britischen Fußball-Seite experimentierte der Londoner Club Arsenal mit Virtual-Reality-Training. Die Methode wurde jedoch schnell wieder abgesetzt, nachdem sich Spieler der Profimannschaft nach dem VR-Training über Übelkeit beklagten. Das System soll den Club mehr als 100.000 Euro gekostet haben.

Statt den Profis sollen jetzt die Junioren mit der neuen Technologie ausgebildet werden. Womöglich sind die jungen Mägen resistenter gegen virtuelle Fortbewegung – oder die Beschwerden wiegen einfach nicht ganz so schwer.

Entscheidungsfindung verbessern

Mit der VR-Brille sollen die Fußballer schnellere und bessere Entscheidungen für das reale Spielfeld lernen. In mit originalen Premier-League-Daten simulierten Spielzügen sehen sie das Spielfeld aus der gleichen Perspektive wie in der Realität. Beispielsweise steht der Stürmer vor dem Kasten und muss entscheiden, ob er den risikoreichen Torschuss nimmt oder dem Mitspieler auflegt.

Falsche Entscheidungen aus einem vorherigen Spiel können so virtuell nachgestellt und nachträglich korrigiert werden. Indem die Spieler die optimale Version eines Spielzugs virtuell wiederholt einstudieren, soll das gelernte Wissen instinktiv im echten Match angewandt werden.

VR-Training ist durchaus verbreitet

Neben Arsenal London setzen in den USA mehrere Profiteams aus der Football- und Basketball-Liga VR-Training ein, auch die deutsche Fußballnationalmannschaft experimentiert mit der Technologie.

Laut den Entwicklern der VR-Trainingsanwendung für Arsenal London sollen die Jugendspieler beim Fußballverein Ajax Amsterdam nach wiederholtem Training ihre Entscheidungsfindung um 20 Prozent verbessert und ihre Reaktionsgeschwindigkeit um eine Sekunde reduziert haben.

Die jüngeren Spieler könnten außerdem virtuell im Tempo der Profis trainieren und so “sehr viel schneller” an die erste Mannschaft herangeführt werden.

Wissenschaftler: VR-Training bringt nix

Javid Farahani, Forscher für kognitive Neurowissenschaft am University College London, ist auf visuelle Trainingsmethoden für Profisportler spezialisiert. Er glaubt nicht, dass Virtual Reality Nutzen stiften kann. Eine durch VR um 20 Prozent verbesserte Entscheidungsfindung hält er für ausgeschlossen.

Im Gegenteil: Neben der VR-Übelkeit zeige die VR-Brille den Spielern mehr Informationen an als notwendig im Vergleich zu einem Taktikbrett oder einem herkömmlichen Video. “In VR geht es darum, alle Informationen anzuzeigen, aber die braucht das Gehirn nicht. Es ist nicht der optimale Weg, um zu lernen”, sagt Farahani.

| Featured Image: Beyond Sports (Screenshot bei Vimeo)

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