Das Plus-Size-Model Ashley Graham setzt sich gegen ein verzerrtes Körperbild ein. Nun kann man die Aktivistin als hochauflösendes AR-Bewegthologramm ins eigene Wohnzimmer projizieren und sie dort in Originalgröße bewundern – unbearbeitet und ungefiltert.

Digility 2018

Mit Smartphone-Apps lässt sich heutzutage jeder Mensch mit nur einem Klick digital verschönern. Größere Augen, vollere Lippen oder ein Waschbrettbauch? Kein Problem.

Doch die künstliche Aufhübschung hat eine Schattenseite: Sie führt zu einem verzerrten Bild der Wirklichkeit, das besonders junge Menschen unter Druck setzt. So berichten etwa Schönheitschirurgen vermehrt von Jugendlichen, die sich unters Messer legen wollen, um so auszusehen wie ihre Snapchat-Selfies.

Ashley Graham wendet sich gegen diesen Trend. Sie war eines der ersten Plus-Size-Models und macht sich für ein breiter gefächertes Schönheitsideal stark. Zu diesem Zweck veröffentlichte sie unbearbeitete Paparazzi-Bilder von ihrem letzten Badeanzug-Fotoshooting und fordert von Fotografen Kontrolle über Bildbearbeitungen an: Künstliche Verschönerungen lässt sie nur in seltenen Fällen zu.

Ungefiltert und unbearbeitet

Nun hat die New York Times die kurvenreiche Frau digital verewigt: Graham wurde in einem vor kurzem eröffneten 3D-Aufnahmestudio von allen Seiten gefilmt. Aus den Aufnahmen wurde ein AR-Bewegthologramm des Models erstellt, das man in hoher Auflösung auf die Straße oder ins eigene Wohnzimmer projizieren kann. Schaut man auf das Smartphone-Display, hat man das Gefühl, das Model stehe direkt vor einem.

Graham stolziert in voller Körpergröße, unbearbeitet und ungefiltert. “Man sieht mein Bauchfett und möglicherweise ein wenig Cellulite, man sieht die Kurven meiner Arme und meines Pos. Man sieht alles”, sagt Graham in einem Interview mit  der Times. “Ich zeige mein reales Selbst. Und ich will, dass andere Frauen wissen, dass man sich zeigen kann, so wie man ist und dass man dabei schön ist.”

Um Graham als AR-Hologramm zu sehen, braucht man ein neueres iPhone oder iPad und die App der New York Times. Hat man die Anwendung geöffnet, berührt man die drei Striche in der oberen linken Ecke und scrollt ganz nach unten zur Rubrik “Immersive (AR/VR)”. Dann sollte der Artikel “Ashley Graham, Unfiltered” erscheinen. Im Artikel kann man den Boden scannen und Grahams 3D-Modell im Raum platzieren.

Mit der NYT-App kann man seit Februar Olympia-Athleten in Originalgröße ins Wohnzimmer stellen. Mit Ashley Graham hat die Zeitung erstmals ein volumetrisches AR-Video veröffentlicht. Mehr über das aufwendige 3D-Aufnahmeverfahren steht in diesem Artikel.

| Featured Image and Source: The New York Times

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