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KwikVR soll Oculus Rift und HTC Vive kabellos machen

von Matthias Bastian31. Dezember 2016

Während HTC in China bereits fleißig Wireless-Adapter für HTC Vive versendet, ist für Oculus Rift kurzfristig keine Lösung in Sicht. Das ändert sich jetzt: Auf der CES 2017 will das Unternehmen Scalable Graphics die kommerzielle Version eines Wireless-Adapters zeigen, der sowohl HTC Vive als auch Oculus Rift unterstützt.

Erstmals betrat das französische Unternehmen Scalable Graphics im Mai 2016 die VR-Bühne und veröffentlichte in einem YouTube-Video eine kabellose Streamingdemo für HTC Vive. Was damals nur als Prototyp existierte, soll in 2017 unter dem Namen “KwikVR” kommerziell vertrieben werden.

KwikVR verspricht eine vollständige Kompatibilität mit HTC Vive und Oculus Rift – auch wenn im Demovideo ausschließlich die Vive-Brille gezeigt wird. Der VR-Brillenträger muss eine Streamingeinheit am Körper tragen, die mit der VR-Brille via Kabel verbunden wird.

Die kleine Box hat Platz für zwei USB-Anschlüsse und ein HDMI-Kabel. Anders als beim Wireless-Adapter von Tpcast für HTC Vive wird man die Kabel also nicht ganz los, aber die entscheidende Verbindung zum PC fällt weg. Die kleine Box ist 500 Gramm leicht.

Der Adapter läuft im 5-Ghz-Netz und funkt Daten in H.264 Kompression mit 40 bis 80 Mb/s zur VR-Brille. Der Stream läuft in nativer Vive- und Rift-Auflösung (2160 x 1200 Pixel) und mit 90 Bildern pro Sekunde. Ein Akku mit 16100 mAh soll rund vier Stunden durchhalten.

Der Prototyp im Mai hatte laut den Entwicklern noch eine Latenz von circa 16 Millisekunden. Für die kommerzielle Version konnte die Verzögerung offenbar unter einen Wert von 12 Millisekunden gedrückt werden. Wohlgemerkt ist das die Verzögerung, die allein fürs Streaming und zusätzlich zur Latenz des gesamten VR-Systems anfällt.

Der aktuelle Goldstandard für die maximale Latenz eines VR-Systems liegt bei circa 20 Millisekunden insgesamt. Darüber werden Verzögerungen für die meisten Nutzer spürbar. Ob KwikVR zu langsam ist, müssen erste Tests zeigen.

Keine Kopfmontage zugunsten der Gesundheit

Das Gerät wird in einem Komplettpaket samt Router und HDMI-Dongle für den PC verkauft. Das Setup dürfte etwas einfacher sein als bei der aktuellen Vive-Lösung von Tpcast, bei der für eine optimale Performance ein zusätzlicher Transmitter mittig oberhalb der Trackingfläche angebracht werden muss.

Scalable Graphics geht auf der eigenen Webseite die Konkurrenz von Tpcast direkt an. Dort wird beschrieben, dass die Position der Streamingeinheit am Gürtel “keine Gefahr für die Gesundheit” darstelle und dass bewusst auf eine Anbringung direkt am Kopf verzichtet wird, “um den Effekt von Wellen zu verringern”.

Tpcast stellte ebenfalls in Aussicht, dass der eigene Wireless-Adapter zukünftig auch mit Oculus Rift und anderen VR-Brillen kompatibel sein könnte. Vorerst ist das System jedoch Vive-exklusiv, was auch daran liegen dürfte, dass HTC sich finanziell an der Entwicklung beteiligte.

Preis und Veröffentlichungsdatum von KwikVR werden voraussichtlich auf der CES 2017 vom 5. bis zum 8. Januar in Las Vegas angekündigt. Mehr Informationen stehen auf der offiziellen Webseite.

| Featured Image: Scalable Graphics

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