Das Startup 8i spezialisiert sich auf 3D-Aufnahmen von Menschen. Da der Markt nur langsam wächst, plant das Startup eine strategische Neuausrichtung. Etwa die Hälfte des Personals muss gehen.

Das 2014 gegründete Unternehmen gehört mit mehr als 40 Millionen US-Dollar Investorenkapital zu den besser gestellten Startups. 8i entwickelt eine Aufnahmetechnik, mit der sich hologrammähnliche Videos von Menschen erstellen und in VR- und AR-Anwendungen einbetten lassen.

Die Videos werden in einem speziellen Aufnahmestudio gemacht, das mit einer Vielzahl Kameras ausgestattet ist. Die filmen das betreffende Subjekt von allen Seiten. Algorithmen fügen das Material anschließend zu einem 3D-Video zusammen.

Im März veröffentlichte 8i die VR-Erfahrung “Cycling Pathways to Mars“, in dem der Astronaut Buzz Aldrin als Hologramm auftritt. Im Juni folgte die AR-App “Holo” für iOS und Android. Mit ihr können Nutzer 3D-Aufnahmen von Menschen und Tieren in die reale Umgebung projizieren, Bilder und Filme davon aufnehmen und mit Freunden teilen.

Kleiner Markt, mehr Konkurrenz

Laut Variety sind mehr als 30 Mitarbeiter von den Entlassungen betroffen. 8i bestätigte die Restrukturierung gegenüber dem Magazin: “Wir haben zwar bedeutende Fortschritte gemacht, dennoch müssen wir unsere Annahmen hinsichtlich des Marktwachstums in Frage stellen”, heißt es in einer Stellungnahme. Das Unternehmen wolle sich auf wichtige Kerntechnologien konzentrieren und langfristig planen.

Von der langsamen Marktentwicklung abgesehen, bekam 8i dieses Jahr zunehmend den Wettbewerb zu spüren. Was die 3D-Aufnahmetechnik betrifft, macht Microsoft 8i Konkurrenz: Das Unternehmen betreibt mehrere Studios für volumetrische Aufnahmen von Menschen und möchte weitere eröffnen. In der VR-Erfahrung “Blade Runner 2049: Memory Lab” und dem noch nicht erschienen “Awake” sind Schauspieler zu sehen, die mittels Microsofts Technologie in 3D eingescannt und in die digitale Umgebung eingefügt wurden.

Die AR-App Holo dürfte nach dem Launch von ARKit und ARCore ebenfalls mehr Konkurrenz bekommen, da mehr Apps mit ähnlichen AR-Effekten auf den Markt drängen.

Anzeichen des schwächelnden Markts

8i ist nicht das erste Unternehmen, das auf die harsche Realität des Marktes reagiert. Im November 2016 verabschiedete sich die VR-Videoplattform Vrideo aus dem Wettbewerb. Als Grund gab das Unternehmen den starken Konkurrenzdruck an. Im Januar 2017 stellte Envelop VR nach drei Jahren den Betrieb ein. Das Startup wollte den Monitor durch die VR-Brille ersetzen und einen virtuellen Arbeitsplatz schaffen.

Im Juni schloss CastAR. Das Startup arbeitete an einer AR-Brille für Gamer. Laut einer anonymen Quelle entschieden sich die Investoren, den Geldhahn zuzudrehen. Da sich kein neuer Investitionspartner finden ließ, musste das Startup seine Mitarbeiter entlassen. Einen Monat darauf machte die Social-VR-Plattform AltspaceVR dicht, wurde jedoch etwas später von Microsoft aufgekauft.

Im Oktober erklärte das isländische Studio CCP Games, ein Pionier der VR-Spielentwicklung, dass es vorerst keine weiteren VR-Projekte in Angriff nehmen wird. Als Begründung für den Strategiewechsel nannte der CEO eine Neuausrichtung seines Unternehmens auf den Markt für Mobile- und PC-Spiele. Er glaube zwar langfristig noch an den Erfolg von Virtual Reality, sehe aber derzeit in anderen Märkten größeres Wachstumspotenzial.

| Featured Image: 8i | Source: Variety

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