Wenn es ein Unternehmen gibt, das beweist, wie man durch gute Software mehr aus vorhandener Hardware macht, dann ist es das auf Hand- und Fingertracking spezialisierte Unternehmen Leap Motion.

Das sogenannte Orion-Update machte aus der im Februar 2016 noch fast unbrauchbaren Fingertracking-Kamera Leap Motion ein sensibles Eingabegerät mit millimetergenauer und fast latenzfreier Fingererfassung.

Wir drehen die Uhr mehr als zwei Jahre weiter: Im Juni 2018 gibt es für Endverbraucher noch immer kein Gerät, das Fingerbewegungen ähnlich präzise digitalisiert. Jetzt kündigt Leap Motion ein Update fürs Update an: Orion wird aktualisiert und soll ein noch besseres Fingertracking bieten.

Das Unternehmen verspricht beweglichere digitale Finger, geschmeidigere Erfassung mit glaubhafteren Animationen, eine schnellere Initialisierung, ein stabileres Tracking vor komplexen Hintergründen und bei starker Beleuchtung sowie akkuratere Handmodelle.

Leap Motion veröffentlicht eine Reihe Demos, die die optimierte Fingertrackingfähigkeit der Software visualisieren sollen (siehe Videos unten).

Für die neue Software aktualisiert Leap Motion die Entwicklungsumgebungen für Unity und Unreal. Entwickler finden hier eine ausführliche Dokumentation.

Neue Hardware ist auch in Entwicklung

Wohlgemerkt: Verbessert wird hier noch immer die alte Fingertrackingkamera aus 2012, die eigentlich mal als Mausersatz für den Desktop-Computer vorgesehen war. Damals dachte noch niemand an VR- oder AR-Brillen.

Die größte Schwachstelle der Leap-Motion-Kamera – das begrenzte Sichtfeld – kann allerdings nicht durch Software behoben werden. Der Nutzer sieht seine eigenen Hände nur, wenn er sie vors Gesicht und ins Blickfeld der Kamera hält.

Leap Motion arbeitet an der nächsten Hardware-Generation mit weiterem Sichtfeld: Ein Prototyp aus dem vergangenen Sommer hatte immerhin schon einen Trackingbereich von circa 180 mal 180 Grad anstatt aktuell etwa 140 mal 140 Grad.

Vor wenigen Tagen verkündete das Unternehmen, dass eine neue Leap-Motion-Kamera mit “ultraweitem Sichtfeld” in VR-Brillen der nächsten Generation verbaut wird, nannte jedoch keine Details. Kürzlich zeigte Leap Motion die selbstentwickelte Open Source AR-Brille North Star, in der die neue Version bereits verbaut ist.

Im Sommer 2017 erhielt Leap Motion Investitionen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar. Mit dem Geld wurde unter anderem ein Standort in Shanghai eröffnet, um nach China zu expandieren.


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