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Linsenimplantat soll zur Plattform für die Mixed Reality werden

von Matthias Bastian6. August 2017

Brillen sehen blöd aus, stören am Kopf und schrecken Mitmenschen ab. Der Formfaktor und das Aussehen sind der mit Abstand gewichtigste Grund, weshalb sich AR- und VR-Hardware so schwer tut am Markt. Gut möglich, dass für den großen Durchbruch der Technologien erst die Sci-Fi-Linse erfunden werden muss. Das Unternehmen Omega Ophthalmics setzt darauf.

Linsenimplantate sind kein Zukunftsthema mehr, sondern längst medizinischer Alltag. Sie werden beispielsweise häufig eingesetzt, um Grauen Star zu heilen. Der futuristische Anteil an Omega Ophthalmics Idee ist das Businessmodell der hauseigenen Linse.

“Wir kreieren einen biologisch inaktiven Teil im Auge, der offen ist für das Business von jedermann, der gerne ein passendes Implantat verkaufen will”, sagt Gary Wortz, Augenarzt und Mitgründer von Omega Ophthalmics Gary.

Wortz sieht in der Platzhalterlinse seines Unternehmens eine Plattform, die Hersteller mit unterschiedlichen Sensoren für verschiedene Funktionen ausrüsten könnten. Als Beispiele nennt er Unterstützung für Virtual und Augmented Reality.

Omega Ophthalmics schaffe so das Fundament, auf dem andere Unternehmen mit weiteren Technologien und Inhalten aufbauen können.

Senioren als Early Adopter

Wortz geht davon aus, dass ausnahmsweise nicht die junge Generation zu den frühen Käufern der AR-Linse gehört. Stattdessen sind es meist Senioren und ältere Menschen, die am Auge operiert werden und im Zuge dessen die ersten AR-Funktionen natürlich ins Sichtfeld integriert bekommen könnten.

Laut Wortz könnte für die Zielgruppe beispielsweise die Einblendung von Kartenmaterial zur Orientierung oder ein Alarm für die rechtzeitige Einnahme von Medizin dienlich sein. Er erwähnt auch einen möglichen Nutzen für “Supersoldaten”.

“Wir wissen, dass es einen großen Markt für AR gibt, den Techunternehmen noch nicht realisieren”, sagt der Mitgründer Rick Ifland. Das Unternehmen finanziert sich derzeit mit dem Geld einiger weniger Investoren aus der medizinischen Branche.

In einer ersten Feldstudie hat Omega sieben Patienten die Platzhalterlinsen implantiert. Die Patienten sind seit rund sechs Monaten beschwerdefrei. Eine größere Untersuchung soll bald starten. Abhängig von den Resultaten könnte die Linse in den nächsten zwölf bis 24 Monaten in den USA und in Europa zugelassen werden.

| Featured Image: Omega Ophthalmics | Source: Techcrunch

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