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LucidCam – Bezahlbare Consumer-Kamera für 3D-180-Videos und -Fotos

von Carolin Albrand11. Dezember 2015
Tech Facts / Datenblatt
Preis

349 US-Dollar für Frühbesteller
Marktpreis noch unbekannt

Release

Shipping: Juni 2016

Größe und Gewicht

13cm x 2.6cm x 6.7cm
225 Gramm

Auflösung

Video: 1080p pro Auge
Fotos: 2K, pro Auge

Bilder pro Sekunde (fps)

30 FPS

Bildwinkel

190° x 120°

Steuerung

ein Knopf am Gehäuse für mehrere Funktionen
App für iOS und Andoid

Sound

Zwei Mikrophone für Stereo
Binaurale Aufnahme

Anschlüsse

Input/Output: MicroUSB
HDMI
MicroSD

Stromquelle

Lithium-Ionen-Akku

Arbeitsspeicher

16 GByte

Video Format

Video: .mp4
Foto: .jpg

Optik und Linsen

Zwei Linsen
feste Blende von F/2.2

Die LucidCam ist eine 3D-Kamera, die mit zwei Linsen und zwei Sensoren Bilder und Videos in einem Blickwinkel von rund 180° aufnehmen kann. Durch die recht gute Auflösung ist sie interessant für Virtual-Reality-Produktionen.

Die Kamera ist mit 225 Gramm und einer Länge von 13 Zentimeter leicht und handlich. Ein einziger Knopf dient als Auslöser, Record-Button und Menüauswahl und ermöglicht eine einfache Bedienung mit überschaubaren Einstellungsmöglichkeiten. Gegenüber anderen VR-Kameras erfasst die LucidCam keine 360°, nimmt dafür aber stereoskopische 3D-Videos mit einer deutlich höheren Auflösung auf. Für Videos erreicht das Gerät eine Auflösung von 1080p pro Auge und für Fotos sogar 2K, ebenfalls pro Auge. Der Arbeitsspeicher ist 16 GByte groß und der integrierte Lithium-Ionen-Akku hält bis zu einer Stunde bei Videoaufnahmen.

Insgesamt kommt die LucidCam auf ein Sichtfeld von 190° mal 120° bei einer Bildwiederholrate von 30FPS. Das ist für Aufnahmen für Virtual Reality nicht optimal, aber die Entwickler arbeiten bereits an einer Version mit 60fps. Über die App liefert die Kamera eine einfache Lösung, um Videos zu bearbeiten, anzusehen oder zu teilen.

Die LucidCam wurde mit einer Kampagne auf Indigogo finanziert, das Finanzierungsziel von 100.000 US-Dollar wurde Ende November erreicht. Falls die 150.000 US-Dollar noch geknackt werden, soll das Geld in Zusatzfunktionen fließen, wie etwa  Live-Streaming über einen HDMI-Ausgang und ein wasserdichtes Gehäuse. Ein weiteres Ziel ist ein Verbindungsstück zu entwickeln, mit dem drei LucidCams zu einem 360°-Kamera-Rig verbunden werden können. Ein Halterung, die mit 3D-Druckern gedruckt werden kann, ist ebenso wie eine Stitching-Software bereits in Arbeit und soll demnächst an Besteller ausgeliefert werden. Wer das komplette 360-Bundle will muss 1.200 US-Dollar investieren.

360°-Rig der LucisCam. (Quelle: RoadtoVR)

Konzept für ein 360°-Rig bestehend aus LucidCams. (Quelle: LucidCam)

Wie gut die 360-Lösung funktioniert ist fraglich: Durch die geringe Größe der Kameras sind die Linsen sehr nah aneinander. Dadurch reduziert sich zwar der blinde Fleck zwischen den Geräten, aber durch das weite Sichtfeld von 190° an jeder Seite entsteht eine große Parallaxe, also der Bereich, in dem zwei Kameras das selbe Bild aus einem anderen Winkel aufnehmen. Dadurch könnte es Probleme beim Zusammenfügen, dem sogenannten Stitching, der einzelnen Videos geben, gerade im Zusammenhang mit 3D-Material. Besonders bei Aufnahmen mit bewegten Objekten sieht man diese Bildfehler deutlich. Das hängt aber auch davon ab, wie mächtig die versprochene Software-Lösung sein wird.

In jedem Fall ist die LucidCam ein interessantes Stück VR-Kamera und wir sind gespannt, wie sich der Ansatz weiterentwickelt. Beispielsweise wäre es toll, die Technologie auch für Smartphone-Kameras einzusetzen, um auch mobil und spontan immersive Bilder und Videos produzieren zu können. Das hätte das Potenzial den Markt für von Nutzern generierte VR-Inhalte deutlich zu erweitern.

| SOURCE LucidCam
| FEATURED IMAGE: LucidCam Indigogo