0

Lytro: 60 Millionen US-Dollar von Investoren, neue Lichtfeldkamera

von Matthias Bastian15. Februar 2017

Lytro erhält 60 Millionen US-Dollar, um die Lichtfeldkamera Immerge im asiatischen Raum zu etablieren. Die Kamera soll mittlerweile reif sein für die Produktion. Chris Milk hat bereits ein erstes Projekt abgedreht.

Laut der Webseite Variety wurde die vormals kugelförmige Kamera seit August grundlegend neu entworfen. In der Vergangenheit waren die Linsen am Prototyp kreisförmig angeordnet, jetzt sind sie auf einer Ebene aufgereiht.

Um dennoch ein volles 360-Bild erfassen zu können, dreht sich das Gerät. Die Besonderheit der neuen Kameratechnologie ist, dass Licht nicht nur wie bei einer klassischen Kamera statisch an einer Position, sondern in Bewegung eingefangen wird. Auf Basis der Bewegungsdaten lassen sich sogenannte Lichtfelder berechnen, bei denen Fokuspunkt und Sichtfeld nachträglich frei verändert werden können.

Die Berechnung übernimmt Lytros Software, die auf einem Server in der Cloud läuft. Aus den gesammelten Kameradaten entsteht so eine räumliche 3D-Umgebung, in der sich der VR-Brillenträger unabhängig vom Sichtfeld der Kamera in einer gefilmten Szene frei bewegen kann. Allerdings nicht völlig frei, die Kamera zeichnet Raumdaten nur in einem Radius auf, die ihrem Volumen entspricht.

Die neuerliche Investitionsrunde wird von Blue Pool Capital angeführt, einem Risikokapitalgeber, der mit dem chinesischen Ecommerce-Riesen Alibaba verbändelt ist. Seit der Gründung steckten viele namhafte Investoren insgesamt 210 Millionen US-Dollar in Lytro. Das Startup ist eines der reichsten VR-Unternehmen überhaupt.

Erste Studios filmen mit Immerge

Dass man mit dem neuen Verfahren hochwertige Inhalte produzieren kann, soll der bekannte VR-Filmemacher Chris Milk mit seinem Studio Within unter Beweis stellen. Er hat laut Lytro schon ein erstes Video abgedreht, das nun in der Postproduktion ist. Es soll im zweiten Quartal 2017 erscheinen. Neben Milk sollen weitere Partner mit der Lichtfeldkamera experimentieren.

Außerdem hat Lytro offenbar das eigene Geschäftsmodell erweitert. Das Unternehmen will die Technologie nicht mehr nur Filmemachern, sondern auch Herstellern von VR- und AR-Hardware zur Verfügung stellen.

CEO Jason Rosenthal bezeichnet das Potenzial des neuen VR-Marktes als “größer als die mobile Revolution”. Die Technologie könne im Entertainment, in der Bildung, beim Training und bei der Telepräsenz Wirkung erzielen.

Erste Aufnahmen, die mit Immerge gefilmt wurden, zeigte Lytro im vergangenen August. Im eigenen Blog feierte das Unternehmen die Veröffentlichung des Materials als “historischen Moment für die VR-Industrie”. Räumliche Videos gelten gemeinhin als technischer Quantensprung bei der Produktion von Bewegtbild für die VR-Brille.

| Featured Image: Lytro