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Lytro stellt neues Modell der Immerge-Lichtfeldkamera vor

von Tomislav Bezmalinovic28. November 2017

Lytro hat eine verbesserte Version der Lichtfeldkamera Immerge vorgestellt, die das Drehen räumlicher Videos erleichtert und weitaus höhere Auflösungen bei der Wiedergabe von Filmmaterial erlaubt. Im ersten Quartal 2018 sollen VR-Nutzer zum ersten Mal ein räumliches Video des Unternehmens zu sehen bekommen.

Die Besonderheit von Lytros Kameratechnologie ist, dass Licht nicht nur wie bei einer klassischen Kamera statisch an einer Position, sondern in Bewegung eingefangen wird. Auf Basis der Bewegungsdaten lassen sich sogenannte Lichtfelder berechnen, bei denen Fokuspunkt und Sichtwinkel nachträglich frei verändert werden können.

Die Raumberechnungen übernimmt Lytros Software, die auf einem Server in der Cloud läuft. Aus den gesammelten Kameradaten entsteht so eine räumliche 3D-Umgebung, in der sich der VR-Brillenträger unabhängig vom Standpunkt der Kamera in einer gefilmten Szene frei bewegen kann. Allerdings nicht völlig frei, die Kamera zeichnet Raumdaten nur in einem Radius auf, die ihrem Volumen entspricht.

Räumliche Videos einfacher drehen

Ben Lang vom US-Blog Road to VR hatte Gelegenheit, sich das “Immerge 2.0” genannte neue Modell am Firmensitz in Mountain View anzusehen. Die neue Kamera ist wie ihre Vorgängerin ein imposantes Stück Technologie: Sie besteht aus einer Wand, in die eine Vielzahl Linsen verbaut sind. Beim neuen Modell zeigen die Linsen nicht mehr geradeaus, sondern in entgegengesetzte Richtungen:

Dank der neuen Anordnung der Einzelkameras und Verbesserungen an der Software deckt die verbesserte Immerge ein Sichtfeld von 120 statt 90 Grad ab. Das hat Vorteile beim Drehen: Um eine Szene in 360 Grad einzufangen, muss die Kamera nur noch drei- statt fünfmal um die eigene Achse gedreht werden. Der Kalibrierungsprozess wurde ebenfalls verbessert, was das Filmen zusätzlich beschleunigt.

Räumliche Videos mit 10K-Auflösung

Dank softwareseitigr Optimierungen kann Lytro nun höher aufgelöstes Videomaterial aus Lichtfelddaten gewinnen und das sogar nachträglich: Lang wurde eine neue Version von Lytros räumlichem Hallelujah-Film gezeigt, der mit der Immerge 1.0 gedreht wurde.

Die Videoauflösung betrug nach den Optimierungen 5K statt 3,5 K pro Auge. Lang konnte beide Versionen vergleichen und berichtet von deutlicheren Umrissen bei Schauspielern, schärfer dargestellten Oberflächen und einem besserem 3D-Effekt bei weiter entfernten Objekten. Laut Lytro liegt die maximale Bildauflösung bei 10K. Das Unternehmen wolle aber noch abwarten, bis entsprechende VR-Brille erscheinen.

Wegen der hohen Datenrate volumetrischer Videos waren Lytros Filme bislang nur bei speziellen Veranstaltungen zu sehen. Laut Road to VR soll sich das demnächst ändern: Das Unternehmen arbeitet an einem neuen Film, der im ersten Quartal 2018 für sämtliche VR-Brillen erscheinen soll. Spätestens dann werden sich VR-Nutzer selbst von der neuen Technologie überzeugen können.

| Featured Image: Lytro | Source: Road to VR