Update vom 6. August 2018:

Rund sechs Wochen nach der ersten offiziellen Vorstellung ist es OpenAIs Team-KI “Five” gelungen, einen Moderator sowie einen aktuellen und drei ehemalige Dota-Profispieler zu besiegen. Von drei Runden konnte die KI zwei deutlich für sich entscheiden. Das dritte Spiel ging knapp an die Menschheit.

Die Künstliche Intelligenz soll sich insbesondere durch die Entscheidungsgeschwindigkeit vom menschlichen Team abgehoben haben. Sie verhielt sich zwar prinzipiell ähnlich wie menschliche Spieler, zögerte aber zu keinem Zeitpunkt. Das vollständige Match kann bei Twitch angesehen werden.

Ende August wird sich OpenAI Five einem neuen Endgegner stellen: dem Gewinner-Team von Valves offiziellem Dota-Wettbewerb.

Update vom 28. Juni 2018:

Bei Twitter meldet sich Microsoft-Gründer Bill Gates zu Wort und bezeichnet OpenAIs kollaborierende Team-KI als “großen Meilenstein für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz”. Open AIs Mission, KI zum Wohle der Menschheit zu entwickeln, sei “extrem wichtig”.

Ursprünglicher Artikel vom 25. Juni 2018:

Brettspiele waren gestern: Eine Künstliche Intelligenz der Non-Profit-Organisation OpenAI radiert menschliche Teams beim komplexen Computerspiel “Dota 2” aus.

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da verkündeten KI-Forscher von OpenAI einen Durchbruch: Ihrer Künstlichen Intelligenz war es gelungen, den Profispieler Danylo Ishutin im komplexen Strategiespiel Dota 2 zu besiegen.

KI-Warner Elon Musk fand nach dieser Machtdemonstration drastische Worte: Künstliche Intelligenz sei “gefährlicher als Nordkorea”. Er wiederholte seine Forderung, dass die KI-Entwicklung frühzeitig reguliert werden müsse, damit sie nicht außer Kontrolle gerät.

Die von Musk mitgegründete Non-Profit-Organisation OpenAI soll KI-Systeme entwickeln, die gesellschaftlichen Nutzen stiften und Risiken ausschließen.

Dota-KI besiegt talentierte menschliche Teams

Nun liefert OpenAI Elon Musks KI-Angst neues Futter: Eine fortschrittliche Version der Künstlichen Intelligenz radiert im noch komplexeren 5 vs. 5-Modus talentierte menschliche Teams aus.

Dafür trainierte die KI in einer beschleunigten Simulation über Monate hinweg 180 Jahre am Tag. Das soll an einem Tag dem hundertfachen Lernaufwand entsprechen, den ein Profispieler durchschnittlich für seine Karriere betreibt.

Die Wissenschaftler nutzten für das KI-Training ein sogenanntes verstärkendes Lernverfahren: Das Training startete bei Null, die KI wanderte völlig planlos übers Spielfeld. Gelang ihr zufällig eine sinnvolle Aktion, die sie dem Sieg näherbrachte, wurde sie mit Punkten belohnt.

Ein zusätzliches Belohnungssystem erzog die KI dazu, die fünf steuerbaren Charaktere besser im Team arbeiten zu lassen. So baute die Künstliche Intelligenz nach und nach Wissen über das Spiel und eine Strategie auf.

Nach Jahrtausenden des virtuellen Trainings kann sie sich jetzt zu jedem beliebigen Zeitpunkt zwischen 1.000 verschiedenen Aktionen entscheiden. Dafür verarbeitet sie bis zu 20.000 Datensätze, die das Spielgeschehen repräsentieren.

In ersten Tests konnte die Dota-Team-KI – zur Überraschung ihrer Schöpfer – die besten ein Prozent der menschlichen Amateur-Teams besiegen. Im August sollen dann die Profi-Teams beim großen Dota-Gaming-Turnier “The International” in die Schranken verwiesen werden.

Die KI lernt alles, was simuliert werden kann

Natürlich gehört das Interesse der OpenAI-Forscher nicht dem Gewinn von Dota-Wettbewerben. Das Videospiel dient der Beweisführung: Die Forscher glauben, dass die zugrundeliegenden Lernprinzipien auf reale Anwendungsszenarien übertragen werden können.

Die einzige Voraussetzung: Das Problem, das es zu lösen gilt, muss im großen Stil und mit hoher Geschwindigkeit simuliert werden können. Ist das der Fall, dann “kann man alles damit machen”, sagt OpenAIs Technikchef Greg Brockman der Webseite The Verge.

Detaillierte Informationen zur Dota-KI veröffentlicht OpenAI im eigenen Blog.

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