Update vom 4. Januar 2019:

LearnTec 2019

Bei Twitter legt Bell nach: Der Technikchef habe ihm telefonisch bestätigt, dass die Konsole im VR-Modus 180 Bilder pro Sekunde unterstützen werde – 90 pro Auge, wie es auch bei aktuellen PC-Brillen Standard ist.

Er zeigt außerdem Konzeptstudien zu einem möglichen Design.

Bis zur möglichen Veröffentlichung in dreieinhalb Jahren bleibt ja noch ausreichend Zeit, dieses noch mal zu überdenken.

Ursprünglicher Artikel vom 3. Januar 2019:

Die Entwickler der Rennsimulation Project Cars wollen eine eigene Spielkonsole bauen, die alle gängigen und kommende PC-VR-Brillen unterstützt. Sie soll in drei Jahren erscheinen und so viel kosten wie eine Next-Gen-Konsole.

Der CEO und Gründer der Slightly Mad Studios Ian Bell hat die sogenannte “Mad Box” gestern überraschend bei Twitter angekündigt:

Gegenüber Variety bestätigt Bell, dass es sich um eine Spielkonsole ähnlich der Xbox oder Playstation handelt. Sie soll aktuelle und kommende PC-VR-Brillen unterstützen.

“Sie wird die meisten großen VR-Brillen unterstützen und so ausgerüstet sein wie ein sehr schneller PC in zwei Jahren”, sagt Bell weiter. “Wir befinden uns in frühen Gesprächen mit Herstellern von Komponenten. Wir können aktuell nicht viel mehr sagen, außer dass das Design im Details bereits festgelegt ist.”

Ein interessantes Detail: Sollte die Konsole wie angekündigt in ungefähr drei Jahren erscheinen, könnte sie mit dem Marktstart von Oculus Rift 2 zusammenfallen. Eine Next-Gen-Brille von Facebook könnte circa 2022 erscheinen.

Verwirrung um Hertzzahlen

Verwirrung stiftet Bell mit seiner Aussage, dass die Max Box im VR-Modus mit 60 Hertz laufen werde. PC-Brillen wie Oculus Rift und HTC Vive unterstützen standardmäßig 90 Hertz und Playstation VR kann selbst 120 Hertz ansteuern.

Die Webseite Ars Technica hat deshalb bei Bell nachgefragt. Seine Antwort: Die Mad Box werde VR-Inhalte in Next-Gen-Grafik mit 180 Bildern pro Sekunde darstellen können. Die Konsole soll außerdem “die neuesten Anschlussmöglichkeiten” unterstützen.

Ebenfalls geplant sei eine Kompatibilität mit Wireless-VR-Lösungen ähnlich TPCast. “Wir befinden uns in Gesprächen mit Anbietern drahtloser Virtual-Reality-Technologie”, sagt Bell.

Keine Erfahrung mit Hardware

Die Mad Box ist nicht als reine VR-Konsole geplant und soll herkömmliche Spiele in 4K darstellen können. Das Studio will Entwicklern eine eigene Spieleengine kostenlos anbieten und sie so auf die Plattform locken. Exklusivverträge seien hingegen nicht geplant.

Mit der Herstellung und dem Vertrieb einer Spielkonsole betreten Slightly Mad Studios Neuland. Gegenüber Ars Technica sagt Bell, dass die Konsole von einem “vollkommen neuen Geschäftsbetrieb” gebaut werden würde und dass man mit ungefähr 20 Hardwareherstellern in Gesprächen sei. Bei der Finanzierung dieses Großvorhabens werde das Studio von mehreren Investoren unterstützt.

Noch unbekannt ist, was für ein Betriebssystem die Spielkonsole nutzen wird: ob eine Linux- oder Windows-Variante oder gar ein eigenes, nach außen abgeschlossenes Betriebssystem.

Mit Virtual Reality konnte das Studio bereits Erfahrungen sammeln: Die Rennsimulationen des Studios Project Cars und Project Cars 2 unterstützen beide Virtual Reality.

Mit Porsche zusammen hat das Studio kürzlich eine virtuelle Testfahrt mit dem neuen 911 Carrera S umgesetzt und vor kurzem auf der Los Angeles Auto Show gezeigt. Als VR-Brille kam StarVR One zum Einsatz. Die VR-Probefahrt ist Teil einer professionellen Simulationsumgebung für die Autoindustrie.

Ob es einen Markt für die Mad Box gibt, bleibt abzuwarten. Valve brachte vor drei Jahren die konzeptionell ähnliche Steam Machine heraus, die jedoch floppte.

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Titelbild: Slight Mad Studios, Quelle: Variety / Ars Technica


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